Leserbrief
Projekt Europa gescheitert

Zur Europäischen Union:

Der zunehmende Einfluss rechtsnationaler Parteien in EU-Staaten wie Polen, Ungarn, Frankreich, zunehmende Abschottungs-Tendenzen und Entsolidarisierung europäischer Staaten im Zuge der Flüchtlingsproblematik und die nicht ausgestandene Griechenland-Krise offenbaren eines: Das vor Jahrzehnten gestartete europäische Projekt, das mit dem grenzenlosen Schengen-Raum und der gemeinsamen Währung gekrönt werden sollte, ist krachend gescheitert. Zum einen mag das daran liegen, dass von den Regierungen Europas zwar gemeinsame Kriterien und Regelwerke eingeführt worden sind (z.B. Maastricht-Abkommen), die Staaten, und da ist auch Deutschland nicht auszunehmen, sich jedoch nicht bemüßigt fühlen, sich daran zu halten, wenn es zum Schwur kommt.

Wenn es darum geht, Subventionen und Fördergelder zu kassieren, stehen viele Staaten in der ersten Reihe und halten die Hände auf; geht es jedoch um die Verteilung der Flüchtlinge, ist von den selben Staaten nicht mehr viel zu sehen. Deutschland stellt zum einen den größten Nettozahler der europäischen Union dar, zum anderen hat es sich auch in der Flüchtlingskrise mehr als achtbar geschlagen. Die EU ist durch die Türkei und England erpressbar geworden, Polen und Ungarn tanzen ihr auf der Nase herum. Ein Sonntags-Europa für gute Zeiten braucht kein Bürger; ein Europa, aus dem jeder nimmt und keiner gibt, erst recht nicht. Europa ist endgültig gescheitert und es ist fraglich, ob es sich davon je wieder erholen wird. So viel Ehrlichkeit müsste schon sein, denn Wunschdenken hilft uns jetzt nicht mehr weiter.

Dr. Thomas Bäumler 92665 Neustadt/WN
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