Leserbrief
Randalierer imSchulunterricht

Ein Amtsrichter in Nordrhein-Westfalen hat einen Lehrer einer Straftat schuldig gesprochen. Dieser hat keinen Schüler verprügelt oder in irgendeiner Weise missbraucht, er hat niemanden beleidigt oder massiv angegriffen. Seine "Straftat" war der Versuch, in einer Klasse für Ruhe und Disziplin zu sorgen. Leider erfährt der Leser nicht, welche Verhaltensweisen vonseiten der Schüler im Vorfeld an den Tag gelegt und dem Lehrer zugemutet wurden. Das scheint auch niemanden zu interessieren.

Lieber stürzen sich Medien und Justiz auf den Lehrer, der sich erdreistet hat, die Schüler einen Text abschreiben zu lassen. Ich bin mir sicher, dass diese "grausame" Erziehungsmethode in der vorgegebenen Zeit machbar gewesen wäre. Wären die Schüler dem Auftrag nachgekommen, hätten sie auch das Klassenzimmer "rechtzeitig" verlassen können, ohne ihrer Freiheit beraubt zu werden. Glücklicherweise konnte ein Schüler per Handy die Polizei verständigen und den Rest der Klasse so vor größerem "Schaden" bewahren. Aber im Ernst: Die Justiz setzt hier die falschen Signale. Einen Lehrer zu verurteilen, der versucht, engagiert seine Arbeit zu machen und andererseits jugendliche Randalierer, die sich zweifelsfrei schuldig gemacht haben, laufen zu lassen - das geht so nicht! Da nutzt auch das Lippenbekenntnis des Amtsrichters wenig, dass er "volles Verständnis für den schweren Job" des Lehrer habe.

Bleibt zu hoffen, dass der verurteilte Lehrer bei der Fortbildung, zu der ihn der Richter verpflichtet hat, umfassende Ratschläge zum Umgang mit undisziplinierten Schülern erhält. Ich fürchte, er wird dort lernen müssen, dass man sich besser nicht mit denen anlegt. Außer man hat einen guten Anwalt.

Karl-Heinz Reinhardt 92526 Oberviechtach
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