Leserbrief
"Schnittführung völlig inakzeptabel"

Zum Artikel "Das Auge ist kein Argument" in der SRZ vom Donnerstag, 3. März 2016, Seite 31.

"Die aus dem zum Artikel gehörendem Bild ersichtliche Schnittführung ist völlig inakzeptabel und alternativlos schon gleich gar nicht. Derart brachiales Zurückstutzen führt unweigerlich zum Absterben der betroffenen Äste, in Folge können holzschädigende Organismen ungehindert eindringen und über die Ast-Anbindung bis in den Stamm gelangen,wo sie ihr Zerstörungswerk in Form der Ausbildung von Holzfäulen fortsetzen. Dies hat zur Folge, dass die derart geschädigten Bäume in circa 15 bis 20 Jahren gefällt werden müssen, ebenfalls aus Sicherheitsgründen.

Richtig ist, dass der über Straßen freizuhaltende lichte Raum durch einschlägige Regelwerke unmissverständlich und eindeutig festgeschrieben ist, hier RAS-Q (Richtlinien für die Anlage von Straßen-Querschnitten). Aber ebenso existieren eindeutige und unmissverständliche Regelwerke, die alle im Rang einer anerkannten Regel der Technik stehen - hier ZTV-Baumpflege zur ATV DIN 18919 Entwicklungs- und Unterhaltungspflege von Grünbeständen.

Diese Regelwerke finden sich unter anderem im Anhang zur RAS-LP 4. Da stünde drin, wie es richtig gemacht wird. Mittlerweile bieten eine ganze Reihe sowohl öffentlicher als auch privater Bildungsträger Seminare und Lehrgänge an, bei denen die für einen fach- und sachgerechten Baumschnitt erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden können. Es würde kaum gleich den Haushalt des Landkreises sprengen, wenn sowohl verantwortlichen Führungskräften als auch ausführenden Mitarbeitern die Möglichkeit zum Besuch solcher Veranstaltungen geboten würde.

Angesichts der im Artikel behaupteten Zustimmung ,der Naturschützer' zu solch völlig unfachgerechter Herumschnippselei drängt sich die Frage auf, wie diese ,Naturschützer' wohl reagieren würden, wenn der private Eigentümer eines geschützten Landschaftsbestandteiles, die dazugehörigen Bäume auf gleiche oder ähnliche Weise verhunzen würde. Ein gepfeffertes Bußgeld und kostspielige Ausgleichsmaßnahmen wären da wohl fällig."

Paul Becher, Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung, Sulzbach-Rosenberg

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