Leserbrief
Selbstbestimmtes Ende des Lebens

·Zur Sterbehilfe:

Als Betroffener einer unheilbaren, tödlichen und schmerzlos verlaufenden Krankheit (ALS) muss ich feststellen, dass die aktuelle gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe für mich keine brauchbare Lösung ist. Meine Krankheit führt über das Absterben von Nerven zur Rückbildung der Muskulatur, einschließlich derer, die für das Schlucken und Atmen benötigt wird. Ohne Intervention würde ich bei klarem Verstand in einem Zustand der vollständigen Bewegungsunfähigkeit, künstlich ernährt und beatmet meinem Ende entgegensehen.

Ein derartiges Siechtum möchte ich mir ersparen - aber wie? Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung darf mir niemand ein tödliches Medikament geben. Die Palliativmedizin ist auf die Linderung von Schmerzen ausgerichtet, hilft also auch nicht, wenn es keine Schmerzen gibt. Wann ich im Ausland "reif" für Sterbehilfe wäre, weiß ich nicht. Wahrscheinlich erst dann, wenn es mir so schlecht geht, dass ich darauf angewiesen bin, dass mich jemand dorthin bringt.

Welche Lösungsvariante bleibt noch übrig für ein selbstbestimmtes Ende des Lebens? Nur noch Do-it-yourself und zwar so rechtzeitig, dass ich nicht auf jemanden angewiesen bin, der nicht helfen kann, nicht will oder nicht darf.

Herbert Antes, 92539 Schönsee
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