Leserbrief
"Skandal erster Güte"

Zum Bericht "Der stille Erfolgsmakler" vom 16. März:

Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik ist verwundert, dass ein Nachbar an der Emailfabrikstraße gegen das gewerbliche Bauvorhaben Klage eingereicht hat. Soll heißen: Die Anlieger sollen dankbar sein, dass die Gewerbebau für acht Millionen Euro das Gift aus der Erde geholt hat. Diese Aussage ist in mehrerlei Hinsicht eine Frechheit. Den Verantwortlichen der Gewerbebau ist seit mindestens zehn Jahren bekannt, dass im Bereich hinter Sparkasse und Arbeitsamt eine starke und giftige Bodenverunreinigung vorliegt und diese sogar das Grundwasser kontaminiert.

Trotzdem wurde jahrelang nichts unternommen. Das ist für sich betrachtet schon ein Skandal erster Güte. Dass die Anlieger dafür noch dankbar sein sollen, schlägt dem Fass den Boden aus. Es mag gut sein, dass Brandelik angesichts der hohen Investition etwas frustriert ist; doch soll er seinen Frust nicht an den Anliegern auslassen, sondern sich an die Verantwortlichen vor seiner Zeit wenden.

In einem Rechtsstaat ist es legitim, zum Schutz seiner Rechte den Rechtsweg zu beschreiten. Darüber sollte sich Brandelik nicht wundern, sondern vielleicht mit etwas mehr Demut über die Gründe der Nachbarn nachdenken. Wenn man mit ihnen überhaupt nicht spricht und ein Gewerbegebäude mit einer Tiefgarage mit 130 Stellplätzen vor die Haustüre stellen will, muss man sich über rechtliche Schritte nicht wundern. Wer, außer einem Gericht, kann dafür sorgen, dass die nachbarrechtlichen Belange nicht weiter mit Füßen getreten werden?

Theo Daller, Amberg

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