Leserbrief
Türkei: Terror gegen kurdische Bevölkerung

"Türkei greift Kurden an":

Dass der Kampf gegen den IS nur ein Vorwand ist, um ungestört gegen die Kurden vorgehen zu können, war von Anfang an klar. Leider haben unsere Politiker aus dem Jugoslawien-Krieg keine Lehren gezogen. Die Lehre: Wer unterschiedliche Volksgruppen, die nicht miteinander können, in einen Einheitsstaat zwingen will, wird unweigerlich scheitern. Seitdem im ehemaligen Jugoslawien jede Volksgruppe ihren eigenen Staat hat, herrscht hier endlich Frieden. In der Türkei ist es genau das Gleiche. Der Konflikt ist hausgemacht: Wer eine Volksgruppe systematisch ausgrenzt und sie wie Menschen zweiter Klasse behandelt, braucht sich nicht wundern, wenn diese Widerstand leistet. Solange die kurdische Bevölkerung unterdrückt wird, kann es keinen Frieden geben. Da kann man so viele Panzer und Flugzeuge schicken, wie man will. Das Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit lässt sich auf diese Weise nicht niederwalzen. Diese Lektion muss man in der Türkei erst noch lernen. Viele Türken bezeichnen die Kurden als Terroristen. In Wirklichkeit ist das nur ein Volk, das nichts möchte, außer in Frieden zu leben. Anders als die Türken hegen die Kurden keine Großmacht-Pläne. Der wahre Terrorist ist der türkische Staat, der die eigene Bevölkerung massakriert. So ein Staat hat weder in der EU, die sich ja als Wertegemeinschaft versteht, noch in der Nato etwas verloren.

Wolfgang Wacker, 92551 Stulln
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