Leserbrief
Von einem anderen Stern

"Auf dem Land klaffen Versorgungslücken":

Von dem Gedanken der Chancengleichheit von Stadt und Land habe ich mich schon längst verabschiedet. Bis zum Arzt, zur Apotheke, zur Schule oder zu einer Einkaufsmöglichkeit haben wir mindestens acht Kilometer zu fahren. Von einem öffentlichen Nahverkehr haben wir hier noch kaum etwas gehört (mit Ausnahme vom Schulbus). Und sollte gar einer hier bei uns einmal mit dem Handy telefonieren oder das Internet benutzen wollen, dann wird er recht bald die Buschtrommeln zu schätzen wissen. Wer da noch glaubt, dass junge Leute hierbleiben oder gar neu hier ansiedeln wollen, der kommt von einem anderen Stern.

Ich bin vor über 20 Jahren aufs Land gezogen und habe seitdem nicht ein einziges mal erlebt, dass einer von den Jungen hier im Dorf nach der Ausbildung wieder eingezogen wäre. Fakt ist, dass das Land ausblutet. Es soll ja Politiker geben, die sich um diese Problematik kümmern. Nur, wo sind die bloß? Deshalb mein - zugegebenermaßen etwas überspitzter - Aufruf an die Landbevölkerung: Auf geht's, besiedeln wir die Städte, denn dahin fließen all die großen Gelder.

Andrea Köferl-Nied Ziegelhütte bei Friedersreuth
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