Leserbrief
"Weckruf" von Landrat Meier leider nicht an die eigenen Bürger

"Landrat Meier: CSU muss notfalls aus Koalition":

Anfang der Woche sprachen sich der ehemalige CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler und unser CSU-Landrat Andreas Meier u. a. dafür aus, dass Angela Merkel die Vertrauensfrage stellen solle. Andernfalls müsse die CSU die Koalition aufkündigen. Während man von Gauweiler dieses wadlbeißerische Maulheldentum schon kennt, sind es von Landrat Meier neue Töne. Es drängt sich der Eindruck auf, die gemütliche Kuschel-CSU im Freistaat kann nicht mehr vor sich hin verwalten, sondern soll gestalten: Plötzlich müssen sich Landräte um Unterkünfte kümmern für flüchtende Menschen, die um unser Grundrecht Asyl bitten.

Es ist sicher nicht leicht, als Landrat Bürgermeister und Gemeinderäte zu überzeugen, weitere Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Doch das ist für unsere gastfreundliche Oberpfalz das Gebot der Stunde! Schade ist es deshalb, dass dieser "Weckruf" unseres Landrats kein Weckruf an die eigenen Bürger im Landkreis ist, zu überlegen, ob ein Zimmer frei ist, ja vielleicht eine Wohnung zu vermieten ist oder eine Gemeinde andere Ideen hat.

Das wäre eine lösungsorientierte Herangehensweise an die Herausforderungen. Indirekte Rücktrittsforderungen an Merkel blasen in das gleiche "Merkel-muss-weg"-Horn, in das einige frustrierte Wendeverlierer in Ostdeutschland und unverbesserliche Ausländerfeinde stoßen. Dass da ein gut gebildeter Landrat mitmacht, sogar von "himmelangst" spricht, der seine Bildung von der gleichen Schule wie ich erhalten hat, ist einfach traurig. Wenn unsere gewählten Verantwortungsträger schon öffentlich ihre Ängste ausbreiten, stehen uns noch viel schwierigere Zeiten bevor - obwohl wir das gemeinsam schaffen könnten, wenn wir Nächstenliebe gegenüber den Schwächsten üben.

Martin Hofmann, 80339 München
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