Leserbrief
Whisky-Wochenende: Bayerischer Verdienstorden für den Organisator

Mit diesem Angebot hat die Pfarrgemeinde einen wertvollen Beitrag zur Stabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Bayern geleistet. Sorgt diese Veranstaltung doch zunächst dafür, dass die katholische Kirche allen Unkenrufen zum Trotz mit der Zeit geht und nicht out ist. Zudem wirkt sie mit der Reklame für dieses "edle Getränk" dem besorgniserregenden Rückgang beim Bierverbrauch und der Stagnation beim Konsum von Spirituosen entgegen.

Ein wertvoller Beitrag angesichts beunruhigender Versuche im Freistaat, neben der Gesellschaftsdroge Alkohol auch bisher streng verbotene weiche Varianten wie Marihuana zu erlauben. Die Folgen einer Legalisierung wären katastrophal. Sorgt der Alkoholismus als anerkannte Krankheit doch für Milliardenumsätze in der Gesundheitsindustrie.

Das frühzeitige sozialverträgliche Ableben der Alkoholiker bremst die Überalterung und schont die Rentenkassen. Legalisiertes Kiffen dagegen würde zusätzlich auch der Pharma-Industrie schaden, denn statt zu chemischen Schmerzmitteln zu greifen, würden sicher viele den Dübel zur Schmerzbekämpfung bevorzugen. Ihr Leben wird dabei leider nicht verkürzt. Kiffer gelten außerdem als Spaßbremsen. Wo bliebe die Stimmung auf Pfarr-, Berg- und Altstadtfesten, wenn nur gekifft würde? Auch für die Polizei hätte die Legalisierung von Gras schwerwiegende Folgen. Bei der täglichen Kontrolle von möglichen Kiffern kann man bei Erfolg persönliche Punkte sammeln und das Versagen bei der Bekämpfung der Großkriminalität kompensieren.

Staatsanwälte verlören die Gelegenheit, in die Privatsphäre von Menschen einzudringen und Hausdurchsuchungen anzuordnen. Denn wer kifft, hat zu Hause nicht nur ein paar weitere Gramm, sondern in der Regel auch ein riesiges Warenlager an geklauten Gegenständen. Denn benebelte Kiffer sind ja im Gegensatz zu Besoffenen zu allem fähig. Der Boss der Polizeigewerkschaft könnte nicht mehr in Talkshows vor Selbstmitleid über die total überlastete Polizei zerfließen. Der Alki wird wenigstens richtig aggressiv. Scheidungsanwälte hätten wohl auch weniger zu tun, Therapeuten würden womöglich Kunden verlieren, wenn Alkoholiker-Eltern die Kinder nicht mehr traumatisieren.

Insofern ist dem Pfarrgemeinderat St. Michael für diese wegweisende Veranstaltung zu danken, und den Organisator sollte man für den Bayerischen Verdienstorden vorschlagen. Nicht zuletzt auch den Brauereien ist zu danken, die viele edle Biersorten unermüdlich anpreisen. Ideal als Einstiegsdroge, um später auf Whisky und Wodka umzusteigen. Prost!

Peter Brunner, Amberg
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