Leserbrief zu Situation der Lehrer
Völlig berufs- und praxisfremde Lehrerausbildung

"Lehrer als Opfer":

Ich erlebte bis zu meiner Pensionierung eher höfliche Schüler am Gymnasium, so dass es eine Freude war, zu unterrichten. Ich sehe in den Aggressionen gegenüber Lehrern ein schon lange existierendes Imageproblem. Schon als Kind hörte ich von Erwachsenen überwiegend abfällige Äußerungen über Lehrer. Gerhard Schröder durfte 1997 ungestraft die Lehrer pauschal als "faule Säcke" diffamieren. Als 2002 ein abgewiesener Schüler an einem Erfurter Gymnasium 16 Menschen erschoss, suchten die Medien die Schuld mit einem bemerkenswerten Automatismus bei den Lehrern. 2005 wurde ein "Lehrerhasserbuch" ein Bestseller. Die Ursache für das schlechte Image sehe ich zu einem erheblichen Teil in der hanebüchenen, völlig berufs- und praxisfremden Lehrerausbildung, die nur verunsicherte und hilflose Junglehrer produzieren kann und die dann mit jugendlichen Rowdies und in Zukunft auch mit Integrations-resistenten, radikalisierten Asylbewerbern allein gelassen werden. An dieser Lehrerausbildung hat sich seit den 1950er Jahren nichts geändert. Oft genug knickt der Schulleiter ein, weil er den Konflikt in der Öffentlichkeit scheut und ein Absinken der Anmeldungen für seine Schule fürchtet.

"Dem Fass den Boden aushauen" tut dann vollends die Justiz, die bei Tätlichkeiten und Beleidigungen gegenüber Lehrern oft "mangelndes öffentliches Interesse" geltend macht und die Ermittlungen einstellt.

Roland Gröger, 92660 Neustadt
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