Leserbrief zu "Söder: Maulkorb für Kirchen"
Christen nicht in den privaten Herrgottswinkel abschieben

"Söder: Maulkorb für Kirchen":

Da hat Sprücheklopfer und "Bayern-Trump" Markus Söder "seiner" Kirche wohl einen Bärendienst erwiesen, wenn er sie auffordert, sich aus der Politik herauszuhalten. Selbst (leider) berufenes Mitglied der Synode, möchte er - wie schon früher Beckstein - den christlichen Glauben in den Herrgottswinkel verbannen, um ungestört Politik zu betreiben, die in vielen Bereichen weder christlich noch sozial ist - man erinnere sich nur an den Verkauf der 32 000 GWB-Wohnungen, um die Bayerische Landesbank zu stützen und die schmerzlichen Folgen für die betroffenen Mieter. Man erinnere sich an die Medienaffäre 2012, wo Söder versuchte, Einfluss auf die Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks und des ZDF zu nehmen und auch diesen Sendern einen Maulkorb zu verpassen.

Immerhin "gestattet" Söder den Kirchen, Mahnungen auszusprechen, aber wohl nur, wenn sie in sein politisches Weltbild passen. Leider scheint Landesbischof Heinrich Bedford-Strom diese Erwartungen Söders zu befolgen, denn weder als Landesbischof noch als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist er bisher - im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern in der EKD Huber und Schneider - nur durch politisch "weichgespülte" Statements bekannt geworden. So ist es kein Wunder, wenn immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, denn wo Glaube nur noch der religiösen Selbstbefriedigung dient und der Anspruch der Bergpredigt ("Ihr seid das Salz, das Licht der Welt ...") nicht mehr überzeugend ausgesprochen und gelebt wird, stirbt der Glaube. Nicht der Islam bedroht das sogenannte Christliche Abendland, sondern die schleichende "Entchristlichung". Söder leistet dieser Entwicklung Vorschub, wenn er die Christen in den privaten Herrgottswinkel vertreiben will.

Zynisch ist seine Feststellung, wenn der Staat Gerechtigkeit schaffen müsse, könne er nicht immer barmherzig sein. Als Jurist sollte er eigentlich auch den Begriff "Billigkeit" kennen. Bleibt zu hoffen, dass Seehofer Söder bei den nächsten Wahlen als Ministerpräsident verhindern kann - ein Trump in Amerika genügt erst mal.

Peter Brunner, 92224 Amberg
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