Leserbrief zu "Von Putin bis Erdogan: Diplomatie stößt an ihre Grenzen"
Folgenschwere Fehler der USA

Der Leitartikel beschreibt zutreffend die hochdramatische Lage. Das Pulverfass Syrien ist zu einem Tummelplatz der Despoten geworden. Es reicht der kleinste Funke, um es zum Explodieren zu bringen. Die Regierungen der USA unter den Präsidenten "W" Bush und Obama tragen eine wesentliche Verantwortung für die chaotische Lage im Nahen und Mittleren Osten. Nach dem unrechtmäßigen Einmarsch in den Irak 2003 haben die USA, anstatt ihrer Verantwortung gerecht zu werden, als Weltmacht für Ordnung und Stabilität zu sorgen, das Land sich selbst überlassen. Die Terrormiliz IS und weitere Terrororganisationen konnten sich ungehindert ausbreiten und verursachten auch in den Nachbarstaaten fürchterliche Bürgerkriege.

Es war ein folgenschwerer Fehler, dass die USA nicht rechtzeitig in diese Konflikte eingegriffen haben. Obama wollte sich als Friedenpolitiker profilieren, bewirkte dadurch jedoch, dass er von Machthabern wie Putin oder Erdogan als Verhandlungspartner nicht mehr ernst genommen wurde. Russland ist in der Folgezeit in das von Obama in Syrien hinterlassene Machtvakuum mit den bekannten dramatischen Folgen gestoßen. Ich kann daher nicht nachvollziehen, dass sich viele Deutsche bereits jetzt Obama als Präsident zurück wünschen. Hillary Clinton besitzt beste Kontakte im Nahen und Mittleren Osten und es ist wahrscheinlich, dass sie sich weltweit mehr Respekt verschaffen könnte als ihr Vorgänger.

Alfred Kastner, 92637 Weiden
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