Leserbrief zur geplanten Bankenfusion
Durch Fusion keinerlei Nutzen

"Drei regionale Banken wollen die Fusion":

"Verrat!" Das war mein erster Gedanke, als ich von der Fusion "meiner" Raiffeisenbank im Stiftland aus der Zeitung erfuhr. Ja, ich fühle mich verraten, weil mich die Geheimniskrämerei, mit der diese Fusion ausgehandelt wurde, zu sehr an die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA erinnert. Es wird alles heimlich, still und leise von den Vorständen hinter verschlossenen Türen ausgemacht und wenn die sich über alles einig sind, wird der Öffentlichkeit die Sache als für alle Seiten nur positiv und natürlich "alternativlos" angepriesen.

Ich frage mich, wer von dieser Fusion nun den Nutzen haben soll. Ärger mit neuer IBAN und BIC, Ansprechpartner, die niemand mehr kennt, lange Wartezeiten auf Zusagen, weil alle Verträge erst von der Mutterbank in Weiden genehmigt werden müssen. Den Schönrednern glaube ich kein Wort mehr, weil es genau diese Probleme bei einem anderen Geldinstitut waren, welches vor einigen Jahren gleich mehrmals fusionierte, die mich bewogen haben, zu einer Bank zu wechseln, bei der ich gehofft hatte, genau diesen Problemen zu entgehen. Wie so oft wird versucht, den Angestellten den "sauren Apfel" damit schmackhaft zu machen, dass die Arbeitsplätze gesichert werden. Wenn Betriebe oder Banken fusionieren, so sollen damit Kosten eingespart werden, in dem man Abteilungen zusammenlegt und damit Personal einspart. Es würde mich nicht überraschen, wenn im ersten Schritt dem Personal, das man los haben will, Abfindungen angeboten werden. Das verbleibende Personal muss dann in vielen Fällen lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, weil die Abteilungen sich nicht mehr in Waldsassen, sondern in Weiden befinden oder umgekehrt.

Wer hat dann einen Nutzen aus der Fusion von drei wirtschaftlich gesunden Banken? Wahrscheinlich nur diejenigen, die sie klammheimlich und unter Ausschluss der Mitarbeiter, Kunden, Mitglieder und Vertreter beschlossen haben: Die Herren Vorstände! Da sich das Gehalt eines Vorstandes einer Genossenschaftsbank wohl mindestens zum Teil an der Bilanzsumme orientiert, sind diese wohl die Einzigen, für die sich eine Fusion in Wahrheit rentieren wird. Herzlichen Glückwunsch! Und mein herzliches Beileid an alle Mitarbeiter, Kunden und Mitglieder, also auch an mich!

Thomas Braun, 95652 Waldsassen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.