Leserbrief zur Windkraft
Endlich den Strom vor Ort speichern

Zur Windkraft:

Unsere Familie verbringt seit vielen Jahren die Urlaube in Nordfriesland. Und mich hat da noch nie ein Windrad gestört, obwohl es dort wohl die 100-fache Menge wie in der Oberpfalz gibt. Ich sehe diese Windmühlen gern, da ich weiß, dass sie sich für eine gute Sache, für sauberen Strom, drehen. Ich fühlte mich noch nie von Schattenwurf oder Lärm belästigt, obwohl ich zu allen Jahreszeiten Urlaub machte. Ich habe auch nicht mehr tote Vögel auf den Feldern und Wiesen gesehen, als anderswo.

Und auch das Argument, dass Windräder dem Tourismus schaden, kann ich nicht nachvollziehen. Von den Besucherzahlen, die Nordfriesland aufzuweisen hat, können wir hier nur träumen. Ich kenne niemand, der wegen der Windräder nicht mehr in diese Gegend fährt. Oft wird auch der Schwarzstorch ins Spiel gebracht. Es ist begrüßenswert, dass es bei uns wieder welche gibt.

Aber kaum wird der Standort für ein mögliches Windrad bekannt, sieht schon einer dieser selbst ernannten Naturfreunde einen Storch in diesem Gebiet. Ich bin auch für das Ausklammern von schützenswerten Orten wie prägenden Höhenrücken oder Denkmälern. Aber was Seehofer mit seiner 10H-Regelung fordert, ist Schmarrn. Er setzt vor allem auf Biomasse. Diese ist zwar auch notwendig, aber wenn man nur diese Alternative ins Auge fasst, führt dies zu vermehrtem Maisanbau und mittelbar dadurch zu Überschwemmungen. Keiner der Windrad-Bekämpfer konnte bislang ein schlüssiges Alternativkonzept zur Windkraftnutzung vorlegen. Der einzige Punkt, wo ich zustimme, ist, dass die Suche nach einer sinnvollen, effektiven Speicherung viel mehr forciert werden sollte. Denn wenn wir den erzeugten Strom vor Ort vernünftig speichern können, brauchen wir keine dieser schlimmen Monstertrassen und brauchen auch weniger neue Windräder (dezentrale Versorgung).

Eine Frechheit finde ich den Vorwurf, dass "Geldgier das wahre Antriebsmittel der alternativen Stromerzeuger" sei. Das ist ein persönlicher Angriff auf all die kleinen Anleger, die das hauptsächlich aus Umweltgründen unterstützen.

Gerd Bayer, 95508 Kulmain
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