Leserbriefe
Ernüchterung am Arbeitsmarkt

"Fachkraft mangelt es am Angebot":

Fachkräftemangel - wo auch immer dieser sein mag. Nach meinem Abschluss Master of Science der Zell- und Molekularbiologie habe ich zwei Jahre versucht, zu promovieren. Die Finanzierung ist geplatzt. Ohne Titel fiel ich auf ALG I - und das bei einer vorherigen 50-Prozent-Stelle mit 200-prozentigem Arbeitsaufwand. Somit kam es zu einem Betrag unterhalb des ALG II-Satzes. Absage-Inhalt auf eine Bewerbung: "(...) es haben sich mit Ihnen 357 Bewerber auf diese Stelle gemeldet. Wir haben uns für eine Mitbewerberin entschieden, die das Anforderungsprofil vollständig deckt." Es gibt sie doch, die eierlegende Wollmilchsau, die nachweislich keine Kinder bekommen kann und mit 25 Jahren schon 35 Jahre Berufserfahrung aufweist?

Ich setze meine Frustrations-Schwelle jetzt auf 357 Bewerbungen. Ohne Anstellung wird es sicher ein Kinderspiel, Berufserfahrung zu sammeln. Schließlich ist man entweder überqualifiziert oder es fehlt eine Qualifikation, die man sich nicht leisten kann oder die "aufstiegsorientiert" eingestuft ist und somit von der Agentur nicht unterstützt werden kann, wenn man nicht vier Jahre außerhalb des erlernten Berufes gearbeitet hat. Das ist die ernüchternde Gewissheit, die eine gewisse Ernüchterung nach sich zieht.

Barbara Schleyer, 92708 Mantel
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