Leserbriefe
Fluch der guten Tat?

Mit Mathematik schön gerechnet

Zu den Übergriffen durch Migranten in der Silvesternacht:

Absurd heißt - der Übersetzung nach - unvernünftig (unlogisch) und abgeschmackt; mit dieser Beschreibung und dem "Griff zur Mathematik" (vgl. Leserbrief) dem Problem der Hundert-fachen Vergehen durch Männer in Köln, Schweinfurt, Nürnberg, Hamburg usw. beizukommen, dürfte bei den betroffenen Frauen Kopfschütteln auslösen, wenn nicht sogar Empörung! Zahlenspiele, Relativierungen und der Griff zur Pauschalisierung mit Hilfe einer keineswegs absoluten Mathematik führen zu weiterem Unverständnis und konterkarieren sich selbst.

Dass nun erst recht die "Mitte unserer Gesellschaft" zum Bedenkenträger wird, weil mit aller Kraft viele sogenannte Objektivierer Balance und Empathie vermissen lassen, mögen gerade solche Politiker beweisen, welche durch Verschweigen und Verheimlichen genau das Gegenteil ihrer Ziele (ungewollt?) erreichten. Die Kriminalität in Deutschland steigt seit zu vielen Jahren erkennbar und in den Gefängnissen sind Deutsche oft prozentual unterrepräsentiert. Sollen wir da einer Steigerung tatenlos zusehen, nur weil häufig eine sich selbst immunisierende Statistik gefällige Kurven vorgaukelt? Welcher Politiker artikuliert die zukünftigen Belastungen, die unsere Enkel zu verkraften haben aufgrund der (gewollt?) falsch interpretierten Demokratie? Man möge endlich einsehen, dass Demokratie nicht Herrschaft über das Volk bedeutet, sondern Herrschaft des Volkes! Eine andere Übersetzung käme mir nicht griechisch, sondern spanisch vor.

Wolfgang Prange, 92507 Nabburg

Die Dinge offen beim Namen nennen

Zur Flüchtlings-Problematik:

Auch bei ungleichmäßiger Vermögensverteilung sind die Kosten für die Flüchtlingsaufnahme und Betreuung zu schultern. Wir können doch in unserem vermögenden Land unseren Kindern nicht glaubhaft alljährlich die Geschichte vom St. Martin erzählen, wenn wir Erwachsenen im tatsächlichen Leben in kläglicher Art scheitern, indem wir Hilfe durch Teilen verweigern. Auch eine geringe Absenkung unseres Wohlstandsniveaus wäre durchaus verkraftbar. Doch ist jedes Land nur in einem begrenzten Umfang zu Hilfe und Aufnahme von Hilfesuchenden in der Lage. Unbegrenzte Hilfe und Zuwanderung in einer begrenzten Welt ist nicht möglich, und birgt die Gefahr, dass dieses System der praktizierten Hilfe kollabiert und in eine entgegengesetzte Richtung steuert. Es gibt auch einen Fluch der guten Tat. Integration als Forderung ist wohlgemeint und notwendig, scheitert aber trotz bester Bemühungen im tatsächlichen Leben. Dies muss man realistischerweise einfach zur Kenntnis nehmen. Man darf nicht meinen, dass es Parallelgesellschaften, Ghettoisierungen und No-Go-Areas nicht bereits gäbe. Diese Erscheinungen werden voraussichtlich zunehmen. Für uns als Nation stellt sich hier nicht mehr die Frage, ob sich das verhindern ließe, sondern ob wir bereit sind, dies zu tragen und konsekutiv mit Nachbesserungen im System dem entgegenzuwirken.

Die geringe Bereitschaft vieler Länder in Europa zur Flüchtlingsaufnahme ist auch eine Meinungsäußerung, die zu respektieren ist. Wenn Deutschland meint, diese Länder in oberlehrerhafter Manier auf Linie bringen zu müssen, dann steht zu befürchten, nicht mehr als Partner wahrgenommen zu werden, sondern als besserwisserischer Machtkoloss, der nicht geachtet, sondern gefürchtet wird. Uns stände es gut zu Gesichte, lässiger mit unseren Gefühlslagen umzugehen und nicht zu viel Angst vor der Angst zu entwickeln. Wir können helfen, wir müssen sogar helfen! Wir müssen aber ehrlich miteinander diskutieren, die Dinge nicht beschönigen, sie offen und schonungslos beim Namen nennen. Wenn wir hier als Demokraten versagen, schaden wir nicht nur der Humanität und der Hilfe für diese Notleidenden, sondern auch der Demokratie und in der Folge auch uns selber!

Stefan Hofmeister, 92637 Weiden
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