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Norbert Dietl geht in Ruhestand

Sichtlich gut gelaunt verabschiedet sich Norbert Dietl (links) in den Ruhestand. Sein Nachfolger Jürgen Pohl (rechts) wird ab Februar Geschäftsleiter der Staatsanwaltschaft und damit die "rechte Hand" von Leitendem Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer. Bild: Götz
Weiden. Wie wichtig manche Kollegen sind, zeigt sich oft umso mehr, wenn sie nicht mehr da sind. Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer zum Beispiel kann davon ein Lied singen. Die Stelle des Geschäftsleiters der Staatsanwaltschaft ist zwar nur den Januar über unbesetzt, danach wird Jürgen Pohl den Posten übernehmen. Aber: Was da nun an Aufgaben an ihm hängen bleiben - Schäfer muss durchschnaufen.

Dabei liegt es längst nicht nur daran, dass er es bedauert, dass sich mit Norbert Dietl "die rechte Hand des Behördenleiters" zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet hat. Dietl sei eben auch einer, bei dem die Persönlichkeit gepasst habe. Und einer, der die Weidener Justiz kennt wie nur wenige.

Im August 1968 begann der heute 64-Jährige hier als Justizassistent-Anwärter im mittleren Dienst. Nachdem er die Prüfung für den gehobenen Dienst nachgeholt hatte, verschlug es ihn nach Hersbruck. Allerdings nur für fünf Jahre. Danach kehrte er zurück in seine Heimatstadt - und war bis zu seinem Ausscheiden in fast allen Bereichen tätig. 2010 wechselte er schließlich vom Registergericht zur Staatsanwaltschaft.

Als Geschäftsleiter war er Vorgesetzter für alle Nicht-Staatsanwälte, 24 Mitarbeiter sind das derzeit. Es ist "mit der wichtigste Posten bei einer Justizbehörde", wie Schäfer sagt. Und manchmal auch einer, bei dem man mit anderen sein Leid teilen kann. Schließlich hat Dietl als Fan von 1860 München in puncto Erfolg - Stand heute - genauso aufs falsche Pferd gesetzt wie Schäfer (1. FC Nürnberg). "Wir haben so manche gemeinsame Träne am Montag vergossen."

Dietl hat immerhin den Vorteil, dass er in Weiden auch noch andere Vereine gefunden hat. Beim SV war er zweiter Vorsitzender, heute ist er im Ausschuss der SpVgg SV. Außerdem gibt's ja noch Wichtigeres als Fußball. Der Ruhestand "ist herrlich": Schneeburgenbauen oder Skikurse mit den Enkeln; wenn's wieder wärmer wird, wartet das Fahrrad.

Jürgen Pohl wiederum wird für solche Dinge vorerst weniger Zeit haben. Der 45-Jährige wird ab Februar neuer Geschäftsleiter. Er kommt vom Amtsgericht, wo er die neun Jahre zuvor Gruppenleiter beim Grundbuchamt war. Auch er begann, nach dem Studium, in Weiden. Als Rechtspfleger-Anwärter. Im Anschluss war er kurze Zeit unter anderem in Leipzig, wo er nach der Wende beim Aufbau der Gerichtsbarkeit mithalf.

1993 ging es schließlich wieder zurück in die Oberpfalz. Pohl, der mit Familie in Altenstadt lebt und in der evangelischen Kirche unter anderem im Präsidium der Dekanatssynode engagiert ist, spricht von "einer Herausforderung". Schließlich müsse er sich in einen ganz neuen Aufgabenbereich einarbeiten und künftig in vorderster Front stehen. Zu viele Selbstzweifel dürften aber nicht angebracht sein. Oberstaatsanwalt Schäfer jedenfalls vertraut ihm. "Er war der Wunschkandidat."
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