„Lumen Christi“ durch die dunkle Herz-Jesu-Kirche getragen
Osterlicht erhellt die Nacht

Das Licht der Osternacht bringt Hoffnung zu den Menschen. Langsam erhellt sich die Pfarrkirche. Bild: Kunz

Schrittweise erhellte das "Lumen Christi" die dunkle Herz-Jesu-Kirche. Nach und nach wurde das Feuer von der eben erst gesegneten Osterkerze an die Gläubigen im Gotteshaus weitergereicht. Höhepunkt der Feier war die Taufe von drei Erwachsenen.

Stadtpfarrer Gerhard Pausch machte seine Osterpredigt am Beispiel eines jüdischen Rabbi fest. Der habe seine Schüler einmal gefragt, woran man erkenne, wann die Nacht zu Ende gehe und der Tag beginne. Nach einigen Versuchen löste er das Rätsel. "Es ist der Zeitpunkt, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns."

Der Nacht entfliehen


Bei vielen Menschen herrsche noch Nacht - bei den Opfern und deren Angehörigen von den Terrorattentaten in Belgien, im Irak und in Syrien. "Zur gleichen Zeit, in der wir hier im Gotteshaus versammelt sind, hoffen Tausende in den Zeltstädten von Idomeni und den vielen Flüchtlingslagern auf eine lebenswerte Zukunft."

Da seien Menschen auf lebensgefährlicher Fahrt in Fischerbooten auf dem Mittelmeer unterwegs. "Wann ist endlich die Nacht vorbei?", fragten viele Menschen in den Kliniken und Pflegeheimen oder nach durchwachter Nacht, wenn ihnen Sorgen und Ängste den Schlaf raubten.

Karfreitag und Karsamstag seien Synonyme für schlaflose Nächte. "Karfreitag: Gott stirbt. Karsamstag: Gott schweigt. Angst, Dunkelheit - das kann oftmals sehr lange dauern." Und gegen diese vielen Dunkelheiten des Lebens zündeten die Gläubigen ihr Osterlicht, ihr Lumen Christi, an. "Zu Beginn war es ganz dunkel. Jetzt ist die Nacht erhellt." Die ersten Sonnenstrahlen würden bald sichtbar werden. "Die Nacht endet", habe der Rabbi gesagt, wenn man in das Gesicht irgendeines Menschen blicken könne und seine Schwester und seinen Bruder erkenne. Die Frauen hätten die Auferstehungsboten in leuchtenden Gewändern im leeren Grab gesehen und die Osterbotschaft gehört: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden."

Christus gibt Hoffnung


Diese Osterbotschaft sei ein großes Hoffnungszeichen. "Für uns und für alle, die in der Finsternis des Schreckens und Angst leben müssen. Es ist die Hoffnung, dass Christus stärker ist als der Tod und die Todesmächte aller Zeiten." Wie das kleine Licht der Osterkerze die Dunkelheit vertreibe, so sei Hoffnung ausgesät. "Gott ist ein Gott, der Hoffnung schenkt und Erlösung bringt."

Chordirektor Peter Kosmus hatte mit seinen Sängern wieder eine feierliche Messe einstudiert. Stadtpfarrer Gerhard Pausch segnete Gläubige, das Weihwasser und die mitgebrachten Speisen. Am Ende gab es Ostereier für die Gottesdienstbesucher, die sich dann in einen sonnigen Ostersonntagmorgen aufmachten.
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