"Lustige Konrader" zeigen ihre Version von "Schneewittchen"
Selbstbewusste Schwarzhaarige

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Wer hat in meinem Bettchen gelegen? Die sieben Zwerge treffen hinter den sieben Bergen auf Schneewittchen, die bei ihnen Asyl sucht. Bild: Kunz

Wenn die "Lustigen Konrader" den Klassiker "Schneewitchen" auf die Bühne bringen, fehlen natürlich weder Zwerge noch Prinz. Trotzdem ist nicht alles so wie im grimmschen Original.

Irgendwie hat es seine späteren Schwierigkeiten schon selber provoziert, das Schneewittchen. Anfangs hat ihm die Stiefmutter ja die Hand entgegengestreckt und die Zusammenarbeit angeboten. Aber die Schwarzhaarige wollte partout die Macht nicht teilen. Nach dem Tod ihres Vaters wollte sie als Alleinerbin auf den Thron.

Kein Wunder, dass sich die Witwe so ihre Zukunftsgedanken machte und ihre klugen Spiegel befragte. Ergebnis: Das Mädel musste aus dem Haus, am besten mit einem Messer im Rücken. Und dafür hatte Heiner Balk seinen vermeintlich besten Meuchelmörder, Stefan Neubauer in der Rolle des Jägers, auf die Ahnungslose angesetzt. Aber der wollte kein Mordbube sein und eroberte das Herz der Königin mit dem Herzen eines erlegten Ebers. Fürs Erste.

Von Kindern, für Kinder


"Schneewittchen und die sieben Zwerge", den Dauerbrenner der Brüder Grimm, führten die "Lustigen Konrader" gleich zwei Mal am Wochenende im Vereinshaus auf. Auch wenn einige Erwachsene tragende Rollen spielten, war es ein Stück der Kinder und Jugendlichen des Theatervereins. Für Kinder und deren Eltern. Bis auf kleine Abweichungen am Anfang, als das Schneewittchen (Saskia König) der bösen Königin (Franziska Birkner) selbstbewusst die Stirn bot, hielt sich die Geschichte eng ans Korsett der berühmten Märchensammler aus Hanau.

Ein weiterer Unterschied: Unser Prinz (Maximilian Hegner) kannte bei den Konradern sein Schneewittchen bereits geraume Zeit vor dem Apfelbiss. Mit Jäger und Boten (Andreas Herrlein) im Gepäck errettete der Erlauchte am Ende seine Angebetete. Natürlich hatte die Königin, die sich als altes Weiblein ausgab, nicht nur einen Apfel im Korb. Vorher versuchte sie, der Stieftochter mit einem verzauberten Gürtel die Luft abzudrehen, hatte aber die Rechnung ohne die sieben Zwerge gemacht.

Die waren anfangs skeptisch, ob man denn ein Frauenzimmer im Junggesellenhaus aufnehmen sollte, ließen sich dann aber doch breitschlagen. Schließlich brauchte man eine Tellerwäscherin, der Kumpel-Dienst im Bergwerk war ja anstrengend genug. Der vorlaute Friedbert (Fabian Stahl) war der erste Befürworter. Auch die weiteren sechs Zwerge Waldemar (Simon Weisheit), Mäuseflink (Miriam Stahl), Motzlieb (Lisa-Marie Kalis), Messerscharf (Lara Suttner), Kohldampf (Emma Suttner) und Stoffel (Mona Schärtl) waren bald zufrieden mit der neuen Mitbewohnerin. Dann gab es noch Lu Latsch (Jonas Müllner), der sich als achter Zwerg einschlich.

Spieglein mal drei


Gespielt wurde in einer wunderschönen Kulisse aus Fichten, Zwergl-Einsiedelei und Schlossbalkon. Anstatt eines Spiegels hingen bei der Königin gleich drei an der Wand: Vorher (Hannah Suttner), Heute (Anna Hammer) und Zukunft (Isabel Uhl). Die Zofe der Königin wurde von Katja Janzen verkörpert. Und dann gab es noch die Kinder Sophia Neubauer, Mädlen Goller, Daniel Feige, Samantha Hecht und Maria Lang.
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