Mächtig was los im Kreißsaal
Neuer Rekord bei Geburten

Wie in ganz Deutschland gab es 2015 auch in der Oberpfalz einen Baby-Boom. Bild: Hartl

Baby-Boom: Die Zahl der Geburten in der Region ist in diesem Jahr auf Rekordkurs. Bundesweit ist die Zahl so hoch wie nie zuvor seit der deutschen Wiedervereinigung 1990.

Amberg/Weiden. (we/KNA) Die Oberpfälzer Krankenhäuser melden 2015 so viele Geburten wie seit langem nicht. So sind im Klinikum Amberg bis Dienstag 1336 Babys auf die Welt gekommen, im Jahr zuvor waren es 1271. Am Weidener Klinikum waren es 2014 insgesamt 1209 Kindern, in diesem Jahr sind es bisher bereits 1266.

Das St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg zählt bisher 533 Babys nach 416 im Jahr zuvor. Gleiche Tendenz in Schwandorf: Im Krankenhaus St. Barbara blickten bisher 621 Säuglinge das Licht der Welt, 2014 waren es insgesamt 520. Im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg werden in diesem Jahr voraussichtlich 2800 Kinder zur Welt kommen, 2014 waren es rund 2700.

Die Zahl der Geburten in Bayern nahm nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Fürth von 2013 auf 2014 um vier Prozent auf rund 113 900 zu - obwohl die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter um 0,4 Prozent sank. Damit setzte sich laut Landesamt ein Trend der vergangenen Jahre fort.

Statistisch gesehen kamen damit 2014 auf jede Frau 1,45 Kinder, nach 1,41 Kindern im Vorjahr. Es war die höchste Geburtenziffer seit 2001, wie das Landesamt in Fürth am Mittwoch mitteilte. Die Berechnung beruht auf Frauen, die im Alter von 15 bis 49 Kinder geboren haben.

Dritter Anstieg in Folge


Bundesweit stieg die Geburtenrate auf 1,47 Kinder und war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so hoch wie nie seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Damit ist die Geburtenziffer zum dritten Mal in Folge gestiegen. Im Jahr 2013 hatte sie knapp 1,42 betragen. Damit wurden im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr 56 Babys pro 1000 Frauen mehr geboren.

Wie die Statistiker weiter berechneten, haben Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit 2014 durchschnittlich 1,42 Kinder je Frau zur Welt gebracht, im Jahr 2013 waren es 1,37 Kinder. Auch bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit war die Geburtenziffer mit 1,86 Kindern höher als im Vorjahr (1,80).

Die Geburtenziffer nahm 2014 in allen Bundesländern zu. In den ostdeutschen Bundesländern war sie mit 1,54 Kindern je Frau höher als im Westen Deutschlands (1,47). Das Land mit der höchsten zusammengefassten Geburtenziffer war Sachsen mit 1,57 Kindern. Die niedrigste Geburtenziffer hatte das Saarland (1,35 Kinder).

Zwei Monate älter


Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt nahm weiter zu. Die Mütter der Erstgeborenen waren 2014 mit durchschnittlich 29,5 Jahren um gut zwei Monate älter als die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2013. Beim zweiten Kind waren Mütter rund 32 Jahre alt und damit um einen Monat älter als Mütter bei der zweiten Geburt im Vorjahr. Das durchschnittliche Alter der Mütter beim dritten Kind hat dagegen um weniger als einen halben Monat auf nun gut 33 Jahre zugenommen.

Die zusammengefasste Geburtenziffer wird zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.

Perfektes Familienglück - Angemerkt von Alexander RädleDeutschland stirbt also doch nicht aus. Die Nachricht vom Geburtenrekord im Jahr 2014 und die Tendenz für das zu Ende gehende laufende Jahr lassen hoffen. Sind Babyschreie also wieder Musik in den Ohren junger Paare? Entschädigt ein Kinderlachen für einen anstrengen Arbeitstag? Offenbar wieder mehr - die Familie als Insel der Geborgenheit und Freude in einer immer brutaler scheinenden Welt.

"Kinder kriegen die Leute immer", soll der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer gesagt haben. Ganz so einfach ist es nicht. Denn Kinder muss man sich auch leisten können. Viele Leute, vor allem Akademiker, können sich das aber immer später. Bis sie sich im Berufsleben stabilisiert haben, vergeht gut und gerne ein Jahrzehnt. In solchen Fällen helfen auch die besten Betreuungsangebote nur bedingt. Dennoch gilt anscheinend wieder: Nur in der Familie gibt es das perfekte Glück.
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