Mädchen-Realschule bekommt Titel "Schule ohne Rassismus"
Sophie Scholl hat's vorgemacht

Die Band "Highline" (Erste bis Dritter von links) unterstützt die Schülervertreterinnen Natalie Merther, Jana Lehner und Theresa Lindner (vorne, von links) und die "Sophies". Projektkoordinatorin Andrea Glaubitz und Schulleiterin Susanne Genser (von rechts) beglückwünschten die Mädchen. Bild: Götz

Die Realschülerinnen machen es ihrer Namensgeberin nach. Sie setzen sich nun offiziell gegen Rassismus und für Zivilcourage ein. Sogar die Partyband "Highline" hilft dabei.

Stolz nehmen die drei Mädels der Schülermitverantwortung (SMV) beim Festakt in der Aula der Schule die Tafel von Projektkoordinatorin Andrea Glaubitz entgegen. "Mit der Verleihung des Titels ist das Projekt nicht beendet. Es beginnt gerade erst. Ihr habt jetzt einen permanenten Auftrag", ermahnt Glaubitz.

Die Schülerinnen wissen ganz genau, worauf sie sich mit dem Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" eingelassen haben. Über 95 Prozent der "Sophies" haben im Vorfeld die Erklärung unterschrieben, sich gegen Rassismus und für Zivilcourage in Schule und Alltag einzusetzen. Ihr Engagement zeigen die Mädchen nicht nur auf dem Papier, sie tun auch einiges für ihren großen Vorsatz. Jährlich unterstützen sie die Aktionen "Weihnachtstrucker" und "Ein Baum für Weiden", bilden Schoolguards aus, die auf mehr Rücksicht im Schulleben achten sollen und unterstützen die Weidener Tafel. Vom Erlös ihres Wintermarktes spendeten die Schülerinnen 1000 Euro an den AK Asyl und die Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz.

"Endlich dürfen wir uns offiziell als Schule fühlen, die füreinander und für andere einsteht", betonen die Mädchen. Die Idee kam von der SMV. Die Verbindungslehrerinnen Christiane Rückerl und Bianca Riedl kümmerten sich zusammen mit der SMV um die Bewerbung. Schulleiterin Susanne Genser lobte die Mädchen: "95 Prozent haben sich bereit erklärt, für Grundwerte einzustehen. Dieses positive Zeichen macht mich stolz."

Nur Lob für Mädchen


Auch die Grußworte waren voller Lob für die "Sophies". Stadträtin Sabine Zeidler riet den Schülerinnen: "Seid stolz und macht euren Mund auf! Das ist mehr als ein Titel, das ist jetzt euer alltägliches Leben." Auch Maria Kinzinger, Ministerialbeauftragte für die Realschulen in der Oberpfalz, stimmte ein: "Die Schule hat ein wirksames Zeichen gesetzt. Zukunft braucht Engagement und Solidarität." Die Schülerinnen sollten beherzt und mutig für Vielfalt, Toleranz und die Wahrung der Grundrechte eintreten. Grünen-Stadtrat und Amnesty-International-Vertreter Veit Wagner bestärkte die Kinder in ihrem Vorhaben: "Wir sind Weltbürger. Nein zu Rassismus."

Ewald Zenger vom Stadtjugendring ging vor elf Jahren bereits mit seinen Kollegen "hausieren" und warb bei den Schulen für das Projekt. "Manchmal muss man geduldig sein", schmunzelt er. "Jetzt sind wir vor Nazis gewappnet und können ihnen mit unseren Projekten etwas entgegensetzen." Auch Reinhold Wildenauer vom Förderverein der Realschule ist stolz auf die "Sophies": "Rassismus kann jeden treffen. Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen." Die Patenschaft für das Anti-Rassismus-Projekt hat die Partyband "Highline" übernommen. "Das ist eine bekannte Band und wir dachten, die Schüler finden das cool", erklärt die SMV. Die Gruppe freute sich sehr über die Einladung: "Wir merken das bei unseren Auftritten selber, dass junge Menschen, egal welcher Nation, zusammen feiern und wie schön das ist."

Pausenhofkonzert


Die Musikband will die Schülerinnen fleißig unterstützen. "Wir haben uns noch keine großen Gedanken gemacht, aber ein kostenloses Pausenhofkonzert können wir uns schon vorstellen." Die couragierten Sophie-Scholl-Schülerinnen auch, dem großen Applaus nach zu urteilen.
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