Mama schlägt Salto unterm Zirkusdach
Zirkus Krone mit „Weidener Kindl“ an Bord

Donnerstag, Premiere des Zirkus Krone in Amberg. Hinter den Kulissen mit dabei: ein "Weidener Kindl". Jonas, Spross der Trapezartisten, kam 2013 beim Gastspiel in Weiden zur Welt. Jetzt feierte er dritten Geburtstag. Die Begeisterung für Fototermine hielt sich in Grenzen, stieg aber danach beim Anblick von Zuckerwatte rasant. Links Bruder Joaquim. Bild: ma

Weiden/Amberg. Die Mutter nennt ihn scherzhaft "unseren Deutschen". Braune Locken, blaue Augen. Jonas (3) ist der Sohn der Trapezartisten Evelin Zuniga und Guilherme Sepuveda. Vor drei Jahren kam er während des Gastspiels des Zirkus Krone in Weiden zur Welt.

Die Südamerikaner waren nie wieder hier. Aber den Weidener Tick, jeden Teller umzudrehen, den hat Mama Evelin übernommen. Im Klinikum hatte man ihr die Besonderheit um das Weidener Porzellan erklärt. Auch in Brasilien hat sie inzwischen schon unter Tassen geguckt.

Aktuell gastiert "Krone" wieder in der Oberpfalz, diesmal in Amberg. Die Artistenfamilie steht zwischen den Premierenvorstellungen bereitwillig für ein Interview mit "ihrer" Heimatzeitung aus Weiden zur Verfügung. Jonas (3) ist ein Treibauf, wie er im Buche steht und selbst von seinen durchtrainierten Eltern kaum einzufangen. "Er ist ein Riesenfan von Pippi Langstrumpf", seufzt die Mutter.

Während Mama und Papa - als krönende Abschlussnummer - unter dem Zeltdach durch die Lüfte segeln, wartet Jonas hinter dem Vorhang. Clown Fumagalli scherzt mit ihm. Ansonsten hat der große Bruder die Aufgabe, auf den "Sack Flöhe" aufzupassen. Joaquim (11) ist ein vorbildlicher Bruder. Er spricht vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch und Portugiesisch. Außerdem ein wenig Mandarin. Wie das? Alexis Lacey-Krone (8), Sohn von Zirkuschefin Jana Mandana und Löwendompteur Martin Lacey, hatte einmal ein chinesisches Kindermädchen.

Die "Flying Zunigas" sind mehrfach preisgekrönt. Mama Evelin ist eine der wenigen Frauen, die einen Salto springen. Sie beherrscht den zweifachen Salto Mortale und eine Doppelpassage, sicher gefangen von Ehemann Guillherme. Die 41-Jährige stammt aus der argentinischen Artistenfamilie Zuniga, ihr Mann aus dem brasilianischen Trapez-Clan Sepuveda. Ihre Sommer verbringen sie in Deutschland bei "Krone", ihre Winter bei einem Engagement des "American Circus" in Italien. Ehe es in die Ferien nach Hause nach Holambra in Brasilien geht.

Sieben Kinder dabei


Sohn Joaquim tritt schon in die Fußstapfen der Eltern und trainiert am Trapez. "Mit Netz", beruhigt er. Ansonsten besucht er die Zirkus-Schule. Aktuell sind vier schulpflichtige Kinder unter den 400 Mitreisenden sowie drei Kleinkinder inklusive Zuniga-Junior Jonas. Und vielleicht gibt es in einigen Jahren noch einmal ein Gastspiel in Weiden. Die Mutter würd's freuen. Es sei schon "crazy": Im Pass ihres Jüngsten steht "Weiden in der Oberpfalz" als Geburtsort. "Und er war nur drei Tage da."
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