"Man kennt die Weidener Hooligans"
Zeugen identifizieren "Supporter" (19) als Schläger

(Foto: dpa)

Da half auch kein hartnäckiges Nachbohren von Rechtsanwalt Tobias Konze. Am zweiten Verhandlungstag vor dem Jugendschöffengericht bestätigten mehrere Zeugen: Es war der damals 19-jährige Angeklagte, der einem 24-Jährigen am Neujahrsmorgen gegen vier Uhr mit dem Fuß gegen den Schädel getreten hatte.

Der andere Angeklagte (21) hatte den Studenten zu Boden geworfen und ihm das Gesicht in den Schnee gedrückt (wir berichteten). Die beiden Schläger waren Mitglieder des Eishockey-Fanclubs "Supporters". Zeugen berichteten, dass eine Meute von 20 bis 30 Personen, davon etwa die Hälfte von dieser Fan-Gruppierung, den 21-Jährigen mit "Ultras, Ultras"- und "Gib's ihm"-Rufen angefeuert hatte, als dieser, auf seinem Opfer sitzend, auf den 24-Jährigen einprügelte. Erst als der Andere dem Wehrlosen einen Fußtritt ins Gesicht verpasst hatte und dieser "wie tot" da gelegen sei, habe sich die Zuschauermenge aufgelöst.

Mit der Tat geprahlt


Ein 23-jähriger Auszubildender sagte aus, dass das Opfer die beiden jungen Männer weder provoziert, noch, wie behauptet, verletzt oder mit einer Flasche beworfen hatte. Der ältere Angeklagte habe danach in der Altstadt mit seiner Tat geprahlt. Auf die Frage von Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz, ob der Grund für seine zögerliche Aussage Bedrohung oder Warnungen aus dem Lager der Angeklagten sei, antwortete der Weidener, dass er Angst habe. "Man kennt die Weidener Hooligans", so der Zeuge.

Vermummt und mit zusammengerollten Gürteln in der Hand sei eine Gruppe um den älteren Angeklagten später in der Innenstadt herumgelaufen und habe Streit gesucht, berichtete ein weiterer Zeuge. Auch er war sich sicher, dass derjenige, der den Fußtritt gesetzt hatte, der selbe war, der vorher den Kampf mit dem Opfer angefangen hatte. Ein mit den Beschuldigten befreundeter 20-Jähriger wollte dagegen wissen, dass ein Dritter, ein 27-jähriger Weidener, der "Treter" gewesen sein soll. Diesen hatte jedoch bereits am ersten Prozesstag eine Zeugin kategorisch als Täter ausgeschlossen.

Verräterische Nachrichten?


Eine Schülerin sagte am Montag aus, dass der Mann sogar deeskalierend gewirkt und die aufgeheizte Menge zurück gehalten habe. Licht ins Dunkel wird unter Umständen eine Nachricht auf dem Smartphone eines der Angeklagten bringen. Dieser hatte es kurz zuvor der Polizei zur Auswertung übergeben. Darin soll der 27-Jährige die brutale Tat gestanden haben. Am Donnerstag um 8.30 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. Plädoyers und Urteil werden am Freitag erwartet.
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