Manfred Ströhle, Beamter und international bekannter Insektenkundler, referiert
Polizist im Einsatz für Feuerfalter

Manfred Ströhle mit einem hölzernen Sitz- und Schlafmöbel, dem einzigen Besitztum einiger Hamer, einem Steinzeitvolk in Äthopien. Die Mütze ist von Webern in Äthiopien hergestellt. Der Forscher und Polizist hat in dem Land zahlreiche unbekannte oder ausgestorben geglaubte Käfer und Schmetterlinge entdeckt. Bild: hcz

Riesige Seen, in denen bis zu sechs Meter lange Krokodile hausen, unendliche dürre Wüstenlandschaften und das Hamer-Volk: Äthiopien ist das bevorzugte Reiseziel von Manfred Ströhle. 13 Mal war er schon dort. Für heuer hat er zwei weitere Reisen in das afrikanische Land geplant. Der international bekannte Insekten-, Käfer- und Schmetterlingskundler erforscht deren Lebensräume und ihr Vorkommen auf der ganzen Welt.

Im "Naturfreunde"-Wanderheim in Trauschendorf berichtete Ströhle nun von seinen letzten Forschungsreisen. Der Buchautor und Namensgeber einer von ihm entdeckten Skarabäus-Art "Stroehlii" kartografiert, seit er 2003 von der Äthiopischen Regierung als Ehrengast eingeladen wurde, die Vorkommen etwa von Faltern, Motten, Schmetterlingen in den Gegenden, die an den Sudan, Djibouti und Somalia grenzen. Aber auch im Landesinneren, in Regionen oberhalb von 3000 Metern, in denen angenehmes Klima herrsche, sei er fündig geworden, sagte Ströhle.

Freund des Steinzeitvolks


Dort logiert der Weidener Polizeibeamte in einfachsten Behausungen, mit einem Stab von etwa 15 Einheimischen als Köche, Wächter, Träger und Führer. Besonders hat es dem Forscher das Hamer-Volk angetan, ein Steinzeitvolk, deren Angehörige nichts - "aber auch gar nichts" - besäßen. Sie leben zu Zehnt oder mehr in einfachsten Hütten ohne jegliche Einrichtungsgegenstände. Ihre Bräuche seien archaisch, ihre Nahrung einfachster Art.

Die untereinander manchmal kriegerischen Stämme hätten ihn, Ströhle, als Freund angenommen. Der vielgereiste 59-Jährige - vier Mal Südafrika, drei Mal Tansania, Marokko, Oman, Sibirien, Malaysia, ganz Nordafrika - kehrt deshalb immer wieder gerne zu ihnen zurück. Ströhle zeigte faszinierende Fotos von den Menschen, der Landschaft, der abwechslungsreichen Vogel- und Säugetierwelt sowie natürlich von zahlreichen Insekten und Käfern. Allein 150 Arten von Erdbeerbaumkäfern gebe es in Äthiopien - bei uns eine einzige, sagte er.

Eine Art Feuerfalter, die er auch in Trauschendorf schon gefunden hat, habe er auch im Süden Äthiopiens entdeckt. Begeistert von den Bildern waren, neben zahlreichen anderen Zuschauern, auch die Mitglieder der Naturfreunde-Fotogruppe und der "Freien Fotografen". Herbert Schmid dankte für die "Naturfreunde"-Vorstandschaft dem Referenten mit einem flüssigen Präsent.
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