Maria Zant feiert 90. Geburtstag in Weiden
Kämpferische Junggebliebene

Vielseitig interesiert und immer in Bewegung: Maria Zant feiert heute 90. Geburtstag. Bild: phs
Gut, 90 Jahre sind ein stolzes Alter. So selten ist dieser runde Geburtstag heutzutage aber auch wieder nicht. Es sei denn, man wurde vor vier Jahren für tot erklärt und musste mehrere Monate lang beweisen, dass man es nicht ist und zum Weiterleben ein bisschen Geld braucht.

So erlangte Maria Zant 2012 eine gewisse Bekanntheit. Weil irgendwo im Bundesgebiet eine Hildegard Zant starb, kam es bei der Deutschen Rentenversicherung zu einer Verwechslung. In deren Folge stellte die Behörde die Zahlungen an die quicklebendige Stockenhuterin ein. Hartnäckig erstritt sie sich ihr Recht zurück. Reumütig mussten die Versicherer ihren Fehler zugeben. Dafür interessierten sich damals landesweite Fernsehsender und die Bild-Zeitung.

Kein Verständnis für Renten-Schlamperei


Für die Renten-Schlamperei hat Maria Zant wenig Verständnis. Von 1949 bis 1986 hat sie als Kontoristin mitgearbeitet, die Firma Witt zu dem zu machen, was sie heute ist. "Als ich anfing, mussten wir alles mit der Hand schreiben. Da durfte man bloß keinen Fehler machen."

Diese Gewissenhaftigkeit hat die gebürtige Beßenreuther überaus vital gehalten. Wenn Jüngere nur über Wehwehchen lamentieren oder stundenlang Altenheime miteinander vergleichen, nimmt sie Reißaus. "Ich bin eine ältere Junggebliebene und will mit der Zeit gehen."

Viele Freizeitaktivitäten halten jung


Deshalb macht sie sich adrett zurecht und geht gerne unter die Leute. Mal zum Bummeln in die Stadt, mal zum Kaffee oder auf den Friedhof. "Ich finde schon immer eine Beschäftigung." Und gegen Osteoporose schadet Bewegung auch nicht. Den Kopf trainiert die Jubilarin, die in der Ackerstraße aufwuchs, mit gründlicher Zeitungslektüre und Fernsehen, "oft bis nachts um eins".

Sie weiß, was in der Stadt und in der Weltpolitik los ist und entspannt sich zwischendurch bei "Dahoam is dahoam", Erol-Sander-Krimis oder "Sturm der Liebe".

Liebe des Lebens im "Hennerloch"


Die jüngste von drei Schwestern - Hedwig Schieder und Betty Srup sind schon tot - musste früh auf eigenen Beinen stehen und war ihr Leben lang berufstätig. Sie lernte in der Buchhandlung Stangl, leistete in den letzten Kriegsmonaten Dienst als Rotkreuz-Schwester in Marienbad, paukte in kürzester Zeit Englisch, um als Telefonistin für die Amerikaner zu arbeiten und ging dann zu Witt. Nach einer großen Enttäuschung begegnete sie Ende der 60er Jahre ihrer großen Liebe Michael Zant . Der Tirschenreuther hatte ebenfalls eine nicht so schöne Beziehung hinter sich und wollte in Weiden bei Heizungsbau- Friedmann neu anfangen. Ein Verwandter Marias kam mit ihm im "Hennerloch" ins Gespräch und vermittelte ihm ein Zimmer in der Wohnung der Frau. "Die würde auch zu dir passen", hatte der Verwandte noch gesagt.

Genauso kam es. Die beiden heirateten. Die kinderlose Ehe blieb bis zum Tod des Gatten 1993 glücklich. Die Zants waren viel unterwegs. In Italien, Kroatien, in der Schweiz und immer wieder in den Bergen zum Wandern.

Maria hat sich die Lust auf Neues bis heute erhalten. Immer um ihren Geburtstag herum macht sie mit ihrer Nichte Maria Baumgärtner und deren Mann Robert eine Reise. Zum heutigen runden Geburtstag kommt sie gerade aus Garmisch-Partenkirchen zurück. "Ich wollte erst gar nicht mehr weg, aber die Überraschung, dass es in die Berge geht, war etwas ganz Besonderes", freut sie sich, dass die Familie ihre Tante und Großtante immer gut einbindet.
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