Material der Weidener Artilleristen stark beansprucht
Nicht kaputt, nur nicht einsatzbereit

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Christian Kiesel (Vierter von links) empfing 40 Mitglieder des Vereins Weidener Städtepartnerschaften, darunter sechs Stadträte, in der Ostmarkkaserne. Bild: Wieder

Neue Lage, neue Stuktur und neue Belastungen. Gerade diese gehen nicht spurlos am Gerät der Weidener Artilleristen vorbei. Und so ließ Oberstleutnant Christian Kiesel die Mitglieder des Vereins Weidener Städtepartnerschaften aufhorchen, als er die aktuellen Zahlen zur Einsatzfähigkeit seines Bataillons nannte. Die Materialversorgung sei - angesichts der Aufgaben - "unterirdisch", klagte der Offizier.

Von den 16 Haubitzen des Bataillons sind derzeit 10 einsatzfähig. Dramatisch ist die Situation bei den teuren Raketenwerfen "Mars". Hier verfügen seine Soldaten über 8 Fahrzeuge. Einsatzbereit sind jedoch nur 2. Ähnlich lautet der Bericht des Kommandeurs über die Kettenfahrzeuge Marder. 10 hat das Bataillon, einsatzbereit sind 2. Kiesel betonte dabei jedoch ausdrücklich, dass die Fahrzeug und Geräte "keineswegs kaputt, sondern eben nur nicht einsatzbereit" seien.

Überstrapaziert


Das Material, zum Teil nicht mehr das jüngste, werde durch den Auftrag, andere Bataillone der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim, Amberg, Frankenberg und Bad Reichenhall unterstützen zu müssen, sehr stark in Anspruch genommen. Die kurzen Wartungsintervalle führten dazu, dass das Gerät schnell zur Durchsicht, zur Inspektion und Instandhaltung in die Hallen fahren müssen. Die Folge: "Was einsatzbereit ist, wird überstrapaziert."

Kiesel bedauerte, dass sich die "Zuführung" von zugesagtem neuen Material verzögere - zum Teil über Jahre. Mit diesen Problemen müsse jedoch nahezu jede Einheit der Bundeswehr leben. Zumindest auf der Führungsebene setze sich inzwischen die Auffassung durch, dass erstmals seit vielen Jahren auch der Personalstand der Bundeswehr wieder erhöht werden müsse, "um die Fehler von 20 Jahren wieder auszubügeln".

Weiden traumhaft


Dem Standort Weiden wiederum sprach Kiesel großes Lob aus: Nicht nur die Lage, sondern auch die Infrastruktur sei traumhaft. So sei etwa der Kleinkaliber-Schießstand einer der wenigen in deutschen Kasernen, der noch funktioniere. Die begehrte Letra-Bahn rühre noch von der Nutzung als Unteroffizierschule her. Die Kaserne bewache ein Sicherheitsdienst, was die Soldaten von Wachdiensten freistelle. "Und wir haben zwei Sporthallen. In einer konnten wir einen Fitness-Raum einrichten." Einmalig sei wohl auch die neue St. Martins-Kapelle, die erst vor kurzem fertig wurde. Das Offiziersheim wiederum sei renoviert und werde in zwei Wochen eröffnet.

Die für den militärischen Betrieb benötigen baulichen Anlagen würden Zug um Zug ergänzt. Die Ostmarkkaserne beherberge derzeit fast 1000 Staatsdiener, davon 762 Artilleristen. Das Bataillon habe die Sollstärke zu 99 Prozent erreicht.

Der Bataillonkommandeur dankte den Mitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins mit Vorsitzendem Joachim Strehl für das Interesse am Artilleriebataillon, das auch eine Partnerschaft mit der Stadt Weiden pflege. In der Kaserne zeigte das Bataillon den Gästen an fünf Stationen wichtige Fahrzeuge, Geschütze, Raketenwerfer und Bestandteile der Ausrüstung.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.