Mehr Influenzafälle - Lohnt sich eine Impfung noch?
Wehe, wenn die Nase schwillt

Die Zahl der Grippekranken steigt. Dennoch empfiehlt das Gesundheitsamt eine Schutzimpfung aktuell nur noch für besonders gefährdete Personen. Anders bei Windpocken, die im Raum Weiden-Neustadt derzeit vermehrt die Runde machen. "Wer noch keine zweite Impfung hat, sollte das unbedingt nachholen", rät Dr. Thomas Holtmeier. Archivbild: Unger

Seit vier Wochen steigt die Zahl der gemeldeten Influenzafälle kontinuierlich an. Von 6 auf 13, 27 und schließlich 35 in der vergangenen Woche. Ist eine Impfung jetzt noch sinnvoll?

"Nur für besonders gefährdete Personen", antwortet Dr. Thomas Holtmeier. "Und die sollten das mit ihrem Hausarzt absprechen." Als Leiter des Gesundheitsamtes ist Holtmeier für den Landkreis Neustadt und die Stadt Weiden zuständig. Es gebe zwar wie immer eine Dunkelziffer. "Nicht jeder Grippe-Patient geht zum Arzt, und falls doch, dann wird nicht bei jedem ein Abstrich gemacht, um abzuklären, ob tatsächlich eine Influenza vorliegt."

Trotzdem sieht der Experte keinen Grund für Panik. Im Gegenteil: Im Vergleich mit dem letzten Winter sei die Zahl der gemeldeten Erkrankten noch überschaubar. In der 10. Kalenderwoche 2015 waren immerhin 52 Grippekranke registriert, in den drei Wochen davor waren es sogar 88 (7. KW), 104 (8. KW) und 87 (9. KW). Ab der 11. Woche ging es drastisch abwärts (26). "So eine Grippewelle ist in der Regel nur von begrenzter Dauer. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie schon wieder abflaut, bis eine Impfung, die Sie jetzt erhalten, ihren Schutzeffekt entfaltet."

Anders sieht das dagegen bei Windpocken aus. Die machen aktuell etwas stärker die Runde. 41 Fälle wurden dem Gesundheitsamt seit 1. Januar gemeldet, 29 waren es im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Derartige Schwankungen seien zwar nicht außergewöhnlich, sagt Holtmeier. Dennoch gibt er hier die klare Empfehlung für eine Schutzimpfung aus. "Die erste Impfung erfolgt in der Regel um den ersten Geburtstag, die zweite zwischen dem 15. und 24. Lebensmonat. Wer aber die zweite Impfung noch nicht hat, sollte das unbedingt nachholen."

Denn wer Windpocken hatte, dem drohe die potenzielle Gefahr, in späteren Jahren an Gürtelrose zu erkranken. Zudem sei der Impfschutz für künftige Schwangerschaften wichtig. Für Kleinkinder empfiehlt der Experte die Impfung gegen Windpocken in Kombination mit der Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. "Ein Piks gegen vier Krankheiten."

In Ihrem Kollegenkreis schnieft aber doch der eine oder andere, und Sie wollen sich die Viren vom Hals halten? Dafür gibt Dr. Holtmeier folgende Empfehlungen:

  • regelmäßig Hände waschen

  • regelmäßig lüften

  • der Kranke selbst sollte zu Hause bleiben und sich auskurieren

  • bei Begrüßungen auf das Handreichen verzichten und

  • benutzte Taschentücher schnell entsorgen.
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