Mein Auto und ich
Pfeifenständer

Griffschale und Türgriff bilden den Pfeifenständer. Bild: Wieder
Raser? Ich? Quatsch! Die Strafzettelchen, meist so um die 15 Euro, rührten doch nur davon her, dass die Dichte der Radarfallen zwischen Kaserne und Neunkirchen viel zu hoch ist. Das war früher. Heute schleiche ich ganz langsam am Blitzer im silbernen Astra vorbei. Auf die Briefe der Bußgeldstelle kann ich echt verzichten.

Ebenso auf den Spott eines jungen Kollegen, an dessen Youngtimer kaum ein braunes Blechteil gerade sitzt. Ausgerechnet er sagte "Dulacken-Sepp" zu mir, als er jüngst die Folgen eines Parkplatz-Remplers ausgiebig begutachtete. Ich war das Opfer. Ein zweites Mal. Denn der Schadensverursacher hatte sich aus dem Staub gemacht. Sie ahnen schon: Wer den Schaden hat ...

Dabei weiß der Kollege genau, wie sehr ich an meinem Auto hänge. Es ist für mich etwas Besonderes, anders als das Dutzend davor: Dieser Kombi ist mein rollendes Wohnzimmer. Nichts knarrzt, nichts knistert. Wertarbeit aus Bayern. Grandios dieses Dahingleiten. Und famos, wie sparsam wir unterwegs sind. Obwohl: Mit den Abgasen soll da was nicht stimmen.

Obendrein gestehe ich: Ich bin Raucher. Pfeifenraucher. Jede Fahrt wird erst mit einem Pfeifchen zum Genuss. Rollen lassen. Entspannen. Runterfahren beim Autofahren. Aber wer will schon in einer Rauchkuchl unterwegs sein? Deshalb sorgen bei mir Spoiler an den Seitenfenstern für den schnellen Abzug des Qualms. Fast kein "Aroma", das meine Frau Gestank nennt, macht sich im Inneren bemerkbar. Ist die Fahrt beendet, sollen die Polster weiter rauchfrei bleiben. Wohin mit der Pfeife? Auch dafür habe ich eine Lösung: Sie wandert nach draußen. Sicher geparkt auf dem Türgriff darf der Tabak dort in aller Ruhe ausglimmen.

So dient mein Auto mitunter als Pfeifenständer - was aber nicht alle Kollegen erkennen. Anfangs habe ich noch an einen Diebstahl gedacht, wenn die Pfeife verschwand. Doch sie tauchten alle wieder auf: Es ist ja nett von den Kollegen, wenn sie sich immer wieder mal einer der "vergessenen Pfeife" annehmen - und sie fürsorglich an meinem Schreibtisch vorbeibringen. Dafür allen mein Dankeschön.

Der Genfer Autosalon, eine der wichtigsten Automobil-Fachmessen weltweit, endete gerade. Das hält einige Redakteure nicht davon ab, weiter über ihr Verhältnis zu Autos nachzudenken. Das Ergebnis lesen Sie hier in zwanglosen Wiederholungen.
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