Microsoft-Manager bei Jobaktiv-Messe in Weiden
Computer nur Werkzeug

Christian Heilmann. Bild: Bühner

Der Zeit voraus sein. Ahnen, wie sich die Gesellschaft entwickelt. Wer würde das nicht gerne können? Microsoft-Manager Christian Heilmann unternimmt einen Versuch.

Die Jobaktiv-Messe der Arbeitsagentur Weiden in der Max-Reger-Halle begann mit einem Paukenschlag. Denn wann ist schon einmal ein Microsoft-Manager in der Max-Reger-Stadt zu erleben? Die Arbeitsagentur engagierte Christian Heilmann aus London. Dort lebt er seit 20 Jahren, ist weltweit im Einsatz und hat längst seine Schweinfurter Heimat hinter sich gelassen. Heilmann sprach über die Zukunft der Arbeitswelt. Titel seines Vortrags: "Zwischen Terminator und Star Trek: Digitalisierung und künstliche Intelligenz". "Terminator" steht als Symbol für Fremdbestimmung, "Star Trek" für Technik als Hilfsmittel des Menschen. Heilmann sieht Computertechnik und künstliche Intelligenz vor allem als Hilfsmittel für den Menschen: "Sie ist für mich eine Schaufel, die ich als Werkzeug benutze."

Was Heilmann vorhersagte, hatte viel mit den Veränderungen unseres Lebens durch die "vierte industrielle Revolution" zu tun. Zum Messethema Arbeitswelt erklärte er: "Ja, Jobs werden verloren gehen. Viele davon sind aber in einer Umgebung, die krank macht." Jede industrielle Revolution habe viele Arbeitsplätze gekostet, aber auch eine Verbesserung der Lebensqualität mit sich gebracht. Je mehr in einem Job Vielfalt erwartet wird, desto schwerer sei dieser durch Computer zu ersetzen. Und: "Wir brauchen eine menschliche und kreative Arbeitsumgebung."

Prognosen zur weiteren Entwicklung digitaler Techniken? Heilmann prophezeite, die Zukunft liege im Mobiltelefon, in der Sprachsteuerung und in der Übersetzung komplexer Systeme durch künstliche Intelligenz in menschlich begreifbare Systeme. "Daten sind der Brennstoff in der vierten industriellen Revolution." Bild- und Gesichtserkennung, die Symbiose von Mensch und Maschine seien schon weit entwickelt. Selbstfahrende Autos seien weniger schlecht als die vom Menschen gesteuerten.

Empfehlungen zur zukünftigen Arbeitswelt waren auch im Vortrag von Dr. Anne-Sophie Tombeil vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft in Stuttgart zu hören. "Arbeit der Zukunft ist gestaltbar" war ihre Kernthese. Wichtig seien Dienstleistungs- und Wissensfähigkeit und eine flexible und vielfältige Arbeitsumgebung.
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