Mit Mut zur Demokratie

Wo nach dem Kriegsende 1946 Schutt und Asche waren, tat sich etwas Neues auf: der CSU-Ortsverband Letzau. 1972 wurde er zum Ortsverband Theisseil. Jetzt feiern die Mitglieder 70-jähriges Bestehen.

Theisseil. (gag) Für Bürgermeisterin und Ortsvorsitzende Marianne Rauh bedeutet das Jubiläum auch 70 Jahre Frieden. "Wir sind stolz darauf, dass damals Männer den Mut hatten, eine CSU ins Leben zu rufen und aktiv am Aufbau einer gesunden Demokratie mitzuwirken", betonte Rauh bei der Feier im Gasthaus Kett. Langjährige Mitglieder durfte sie ehren.

Die Gründungsmitglieder waren vorwiegend Landwirte aus Letzau und Umgebung, weil am damaligen Gründungstag die Versammlung des Bauernverbandes war. Erster Vorsitzender war Franz Rupprecht, Großvater des Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht. Der Nachfolger Fritz Haberkorn führte 32 Jahre den Ortsverband. Seit 1991 ist Marianne Rauh die erste Frau an der Spitze.

Pfarrer Hubert Feichtmeier hielt einen Gedenkgottesdienst in der Expositurkirche St. Johannes Nepomuk für die verstorbenen Mitglieder. Stellvertretend für Landrat Andreas Meier erschien Albert Nickl, Bürgermeister von Speinshart. Mit dem Bezirkstagspräsidenten , Mitglied im CSU-Parteivorstand und Landrat von Cham, Franz Löffler, war ein besonderer Gast erschienen. "Ich habe mich besonders auf diesen Abend gefreut" betonte Löffler, weil er "die Marianne" wieder treffe, seine frühere Kollegin im Bezirkstag.

Nahe am Bürger


Die Bürgermeisterin gab den Gästen einen Überblick über 70 Jahre Aktivitäten des CSU-Ortsverbandes. Sie erinnerte an Bankerl- und Dorffeste, an Ferienprogramme oder Bürgergespräche. Seit sechs Jahren gebe es auch eine Junge Union. Als Erfolgsgeheimnis nannte Rauh nicht nur den Zusammenhalt in der Gemeinde, sondern auch, dass das "Ohr am Bürger" hier Realität sei.

Löffler erinnerte an den Neuanfang mit rechtsstaatlicher Ordnung. "Das war eine Herausforderung, die größer nicht sein konnte. "Damals waren Parteien ein Feindbild aufgrund der Erfahrungen aus dem Dritten Reich. Zum Funktionieren der Prinzipien der föderalen, christlichen und sozialen Grundwerte sei die Gemeinschaft vor Ort unverzichtbar: "Der Ort als Heimat, das Sozialgefüge als tragfähiges Element".

Neue Herausforderung


Theisseil sei ein Beispiel, dass sich Menschen hier wohl fühlten, bewies Löffler mit der Feststellung, dass es die geburtenstärkste Gemeinde sei. "2015 wurde die Kinderkrippe fertiggestellt und ist schon voll". Auch die Lage der Gemeinde sei durch die Nähe zu Weiden und zur Autobahn herausragend.

Die Oberpfalz habe sich hervorragend entwickelt: "Wir sind die Besten in Bayern in Sachen Arbeitsplätze, trotz der nahen tschechischen Grenze". Was fehle, wären innovative Arbeitsplätze, attraktiv für junge Leute.

Die Flüchtlingskrise bezeichnete Löffler als die "dritte riesige Herausforderung nach dem 2. Weltkrieg und der Wiedervereinigung".

Die GeehrtenVorsitzende Marianne Rauh ehrte langjährige Mitglieder mit Urkunden. Für 15 Jahre: Werner Pix. 20 Jahre: Karl Völkl und Heribert Schiller. 25 Jahre: Franz Scheidler und Franz Pöllath. 30 Jahre: Hans Kett, Hans Albrecht und Herbert Hösl. 40 Jahre : Rudolf Vierling. 45 Jahre: Helmut Nickl und Josef Heil. Am längsten dabei sind Josef Haberkorn und Roswitha Scheidler. (gag)
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