Montessori-Schule bevorzugt unkonventionelle Unterrichtsmaterialien, Bio-Brotzeit und spielerischen Ausgleich
Lernen mit Freude – anschaulich und spielerisch

Voll auf Augenhöhe: Betriebsleiterin Gerda Högl-Siegler lässt sich von zwei Schülern eine abgeschlossene Übung erklären. (Foto: otj)
(Jörg Otto) Die Klassenzimmer in der Weidener Montessori-Schule unterscheiden sich stark von denen an einer „normalen“ Bildungsstätte. Frontalunterricht ist gar nicht möglich. Und soll es auch nicht sein. Die Mädchen und Jungen sitzen in Kleingruppen an mehreren Tischen. Die einen sind in Bücher und Arbeitsblätter vertieft, die anderen lassen sich etwas erklären. „Es gibt Kinder, denen muss man etwas öfter vermitteln, andere tun sich leichter. Beiden muss man gerecht werden“, betont Betriebsleiterin Gerda Högl-Siegler.

Ein paar Meter weiter, auf einem runden Teppich, beschäftigen sich die Schüler mit allerlei Materialien. Mit Holzklötzchen etwa lernen die Kinder, die Quadratwurzel zu ziehen, sehr anschaulich und spielerisch. „So, dass es die Kinder auch nachvollziehen können.“

Arbeitsmaterialien spielen in der Montessori-Pädagogik eine wichtige Rolle und dienen der Vermittlung von alltäglichen, sprachlichen oder mathematischen Lehrinhalten, welche die Freude der Kinder am Lernen noch verstärken sollen.

Picobello aufgeräumt


Noch eins fällt auf: Die Klötzchen, Bücher und andere Schulmaterialien sind picobello in Regalen eingeräumt. Ist ein Kind mit einem Material fertig, räumt es das selbstständig wieder auf. Auch das hat seinen Grund: Die Montessori-Pädagogik spricht von vorbereiteter Umgebung. Eine äußere Ordnung soll letztendlich auch zu einer inneren Ordnung bei den Kindern führen.

Die hohe Konzentration, die in den Klassenzimmern wahrzunehmen ist, kommt nicht von ungefähr. Gerda Högl-Siegler legt großen Wert auf ausgleichende Inhalte. So gehören Yoga, Trommeln und andere Übungen zum Schulalltag.
Am Freitagmorgen steht Jonglieren auf dem Programm – Tücher fliegen durch die Luft, Straußenfedern werden balanciert oder Wurfübungen gemacht. Die Kinder haben Spaß und erfahren dabei viel über den eigenen Körper.

Ein schönes Bild: Auch hier ist ein Kind mit Behinderung dabei – ganz selbstverständlich integriert in die Klassengemeinschaft. Hier wird eine weitere Stärke der Montessori-Philosophie deutlich. Die Schüler erfahren eine Sozialisation, die Respekt vor anderen und Hilfe in den Mittelpunkt stellt.

Erfolgreich nach dem Übertritt


Um zehn Uhr ist Brotzeit – in Bio-Qualität mit selbst gemachten Brotaufstrichen. Gesund und lecker, genau wie das Mittagessen, das nicht der Catering-Service anliefert, sondern in der Schulküche frisch gekocht wird. Denn auch gute Ernährung gehört zum ganzheitlichen Konzept der Montessori-Schule Weiden.

Aber bei all diesen schülerorientierten pädagogischen Besonderheiten – es geht in der Montessori-Schule Weiden auch um den Übertritt auf eine weiterführende Schule, ganz individuell auf das Kind abgestimmt. Hier muss sich die Montessori-Pädagogik ebenfalls nicht verstecken. „Wir haben viele Kinder, die auf das Gymnasium oder die Realschule gehen und dort bei Schülern und Lehrern sehr beliebt sind.“
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