Mut zur modernen Technik

Tablet-Seniorenkurs: Daniela Thoma (rechts) muss viele Fragen beantworten. Schließlich wollen die Teilnehmer ihr Gerät bedienen können Bild: sbü

Für ältere Menschen ist es nicht selbstverständlich, mit modernen Kommunikationsmedien umzugehen. Für alle, die den Mut haben, öffnet sich eine neue Welt.

"Tablet-Kurs für Senioren" stand auf dem Programm im Maria-Seltmann-Haus, ein Kursangebot von "Oberpfalz-Medien/Der neue Tag". Kursleiterin Daniela Thoma hatte ein Sechs-Stunden-Programm vorbereitet. Bereits die erste Veranstaltung dieser Art war rasch ausgebucht. Die Trainerin schult parallel sechs Teilnehmer - die ideale Größenordnung. Sieben wurden es jetzt in der ersten Runde, niemand ist abgesprungen. Auch nicht nach den ersten zwei Stunden reiner Theorie, mit denen die Veranstaltung beginnen musste.

Wer dabei war, sah die Begeisterung und den Ernst, mit dem die Senioren bei der Sache waren. Dabei beantworteten sie fast ausnahmslos die Frage nach ihrer Vorerfahrung mit Tablets: "So gut wie Null." Ein Teilnehmer hatte sein Gerät in Originalpackung dabei. Keine Antwort bekam die Trainerin auf die Frage: "Haben Sie ein Tablet mit SIM-Karte?" Auch bei der Verfügbarkeit eines WLAN in ihrer häuslichen Umgebung mussten die meisten passen.

Als Motiv für die Teilnahme nannte eine Teilnehmerin: "Ich möchte Kleinanzeigen aufgeben." Eine andere sagte wörtlich: "Ich möchte nicht dumm sterben." Alle wollten die grundlegenden Funktionen kennenlernen. Nicht selten fiel das Wort "Enkel". Einer dieser Enkel hatte zum Beispiel seiner Oma das Passwort des Internetzugangs aufgeschrieben.

Mit Pionierstolz arbeiteten sich die Teilnehmer Schritt für Schritt durch den unterhaltsamen, verständlichen Einsteigerkurs. Trotzdem kommentierte eine Teilnehmerin den Vortrag: "Da muss man ja fast erst einmal Englisch lernen." Dass mancher englische Ausdruck erforderlich sei, könne jedoch nicht verhindert werden, meinte Leiterin Thoma. Im Kurs ging es um die Bedienung des Geräts, Funktionen und Einstellungen. Die Teilnehmer lernten, was ein Betriebssystem und was eine Benutzeroberfläche ist. Kontaktliste, WLAN und E-Mail-Konten wurden erläutert. Auch über Sicherheitsfragen und Virenschutz wurde gesprochen.

Als "Hausaufgabe" erhielten die Teilnehmer den Auftrag, einen "Datenspeicher" anzulegen. Auf einem Vordruck sollen Kaufdatum, WLAN, E-Mail-Adresse und anderes notiert werden. Genau um diese Inhalte wird es dann im zweiten Teil des Seniorenkurses gehen. Sicher werden die fünf Frauen und zwei Männer mit ähnlicher Begeisterung dabei sein.
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