Nach Legionellen-Nachweis im Realschulschwimmbad sind Eltern beunruhigt
Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Bild: Huber (Archiv)
 
Es muss sich keiner Sorgen machen. - Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes

Nicht wenige Eltern gerieten in mittlere Panik. Am Wochenende fehlten in manchen Trainingsgruppen im Realschulschwimmbad einige Kinder. Das Reizwort: Legionellen. Das Gesundheitsamt gab jetzt ausdrücklich Entwarnung.

Zwar sind Legionellen in den Duschanlagen nachgewiesen, aber weit entfernt vom kritischen Grenzwert. Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes: "Da muss sich niemand Sorgen machen. Dass hier Angst gemacht wird, ist sicherlich nicht berechtigt."

Der Grenzwert für ein Duschverbot oder eine Hallensperrung läge bei 10 000 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 Milliliter. Davon ist man nach Auskunft von Jutta Häusler, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudemanagement, weit entfernt. Im Duschwasser des Schwimmbades wurden bei der letzten Untersuchung 2 KBE gemessen. Bei den Turnhallenduschen waren es 200. In der Zirkulationsleitung der Turnhalle wurde 2015 auch der höchste gemessene Wert festgestellt: 500 am 28. Oktober.

Wenn der sogenannte "technische Maßnahmenwert" von 100 KBE/100 ml überschritten wird, muss Meldung an das Gesundheitsamt gemacht werden. Daraufhin erfolgte 2014 die obligatorische "Gefährdungsanalyse". Das Ergebnis: Die Sanitäranlagen müssen mittelfristig saniert werden. Genau das erfolgt aktuell: "Durch die Zusage von Fördergeldern kann nun die Instandsetzung der Sanitäranlagen im Schwimmbadbereich angegangen werden", informiert Stadtsprecher Norbert Schmieglitz. "Nun" bedeutet: Die Ausschreibung für die Arbeiten beginnt im Juli. Mit dem Beginn der Bauarbeiten wird im Juli 2017 gerechnet, mit der Fertigstellung im Sommer 2018.

Derweilen müssten sich die Schwimmer nicht sorgen. Nach Auskunft von Holtmeier gibt es eine Reihe von Maßnahmen, den Legionellenwert auf niedrigem Niveau zu halten. Ingenieurin Jutta Häusler erklärt, wie das geht: Einmal wöchentlich erfolgt in der Warmwasserversorgung der Turnhallen und der Schwimmhalle eine thermische Spülung. Der Hausmeister spült dazu sämtliche Entnahmearmaturen drei Minuten mit über 70 Grad heißem Wasser durch, einer Temperatur, die zu Verbrühungen führen würde. Aus diesem Grund sind für dieses wöchentliche Prozedere einige Sicherheitsmaßnahmen nötig: Es darf sich kein Nutzer in der Halle aufhalten. Der Heizkessel verfügt zudem über einen Schlüsselschalter.

Dieser "Desinfektionsvorgang" sei keine Dauerlösung, so Amtsleiterin Jutta Häusler. Es komme zudem vor, dass in Proben der technische Maßnahmenwert von 100 KBE dennoch wieder überschritten werde und die Werte zudem nicht konstant sind. Kurzum: "Die Anlage muss über kurz oder lang saniert werden."

Die Trinkwasserverordnung schreibt einmal jährlich eine Probeentnahme vor. Im Realschulbad wird vierteljährlich an acht Entnahmestellen gemessen. Alle drei Monate sowie bei Auffälligkeiten wird zusätzlich in kürzeren Abständen beprobt. "Es wird ausreichend kontrolliert", sagt Dr. Holtmeier vom Gesundheitsamt.

Schlucken ungefährlich


Der Mensch nimmt Legionellen, die eine Lungenentzündung ("Legionärskrankheit") auslösen können, über die Nase auf. Beim Duschen entstehen Aerosole, wenn der Wasserstrahl auf die Haut trifft. "Wasserstaub", erklärt Holtmeier, "den ich einatme." Beim Trinken wäre eine Ansteckung nur möglich, wenn Wasser beim Verschlucken versehentlich über die Luftröhre in die Lunge gelangt. Das Schwimmbecken ist legionellenfrei. Legionellen vermehren sich nur dort, wo warmes Wasser zwischen 25 und 45 Grad steht. Ab 60 Grad sterben die Bakterien ab.

Es muss sich keiner Sorgen machen.Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes


Informationen auf der Startseite des Gesundheitsamtes:
www.gesundheitsamt.neustadt.de
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