Nach Schlangenalarm im Garten: Freude über extrem seltenen Fund in Altenstadt/WN
Rare Riesenraupe

Eine Schlange? Ein Pokémon? Mitnichten. Bei dem giftgrünen Wesen handelt es sich um die Raupe eines "großen Oleanderschwärmers" - eines extrem seltenen Falters. Bild: Gammanick

Sie schimmerte giftgrün und schlängelte sich langsam durchs Blätterwerk. Für Familie Zintl in Altenstadt/WN bestand kein Zweifel: Offenbar hatte eine besonders gefährliche Schlange ihren Garten als Spielwiese auserkoren. Gut, dass die Zintls am Freitagvormittag den Schlangenexperten der Weidener Polizeiinspektion alarmierten. Und gut, dass der nebenbei auch einer der renommiertesten Fachmänner für Schmetterlinge in der Republik ist. Denn Manfred Ströhle konnte den Fall schnell aufklären: Die Giftschlange entpuppte sich als harmlose, aber extrem seltene Schmetterlingsraupe.

Exakt: als "großer Oleanderschwärmer", lateinisch "Daphnis nerii". Im Frühjahr flattert der schon mal schwalbengroße Falter von Afrika nach Europa, legt Eier an Oleanderpflanzen ab. Die Raupe kann durchaus die Ausmaße eines Wiener Würstchens bekommen, bevor sie sich in der Erde verpuppt. Der spätere dunkelgrüne Falter hat eine Spannweite von bis zu 15 Zentimetern - etwa wie eine Schwalbe - und gilt als sehr schneller Flieger.

Polizeihauptmeister Ströhle erinnert die Raupe ja weniger an eine Schlange als an "ein Pokémon". Ein solches Exemplar wie in Altenstadt hat auch er noch nicht zu Gesicht bekommen. Und da ist er nicht allein: "Bei der Bayerischen Zoologischen Staatssammlung gibt es bisher kein Bild einer bayerischen Oleanderschwärmer-Raupe", weiß er. "Die sind ganz heiß drauf." Das Oberpfälzer Exemplar will der Polizist daher mit nach Hause nehmen, fotografieren - und wieder auf freien Fuß setzen.
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