Nach Überfall in der Hammerwegsiedlung
Dritter Tatverdächtiger in Haft

In der Hammerwegsiedlung ereignte sich im September 2015 ein brutaler Überfall. Bild: ca
Wie bereits mehrfach berichtet, ereignete sich am 17. September 2015 ein brutaler Raubüberfall auf drei Bewohner eines Einfamilienhauses in der Hammerwegsiedlung. Die Tat, bei der die Geschädigten im Alter von 68, 71 und 89 Jahren körperlich misshandelt und stundenlang festgehalten wurden, führte zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls in der nördlichen Oberpfalz.

Wie die Polizei berichtet, erfolgte nun - nach zwei Festnahmen am 26. November 2015 - am Dienstag, 12. Januar, die Festnahme eines dritten Tatverdächtigen in der Tschechischen Republik. Erneut zeigte sich die besondere Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizeiinspektion in Weiden auch mit Justiz und Polizei der Tschechischen Republik als Schlüssel zum Erfolg.

Am Dienstag, 12. Januar, nahm eine Spezialeinheit der Tschechischen Polizei einen weiteren Tatverdächtigen im Alter von 39 Jahren fest. Nachdem sich die über die Landesgrenze hinweg geführten Ermittlungen soweit verdichtet hatten, dass der Festgenommene als dringend tatverdächtig eingestuft werden konnte, erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Weiden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Weiden einen Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft stellte auf dieser Grundlage einen Europäischen Haftbefehl aus.

Laut Polizeibericht vollzogen die Einsatzkräfte der Tschechischen Polizei diesen gegen 6.30 Uhr im Bereich Eger, am Wohnsitz des Festgenommenen. Der 39-Jährige wurde am folgenden Donnerstag, 14. Januar, in der Tschechischen Republik einem zuständigen Richter zur Entscheidung über ein mögliches Auslieferungsverfahren vorgeführt. Dieser ordnete die Inhaftierung des Mannes an.

Anschließend durchsuchten die Staatsanwaltschaft Weiden und Angehörige der Ermittlungsgruppe „EG Siedlung“ der Kriminalpolizeiinspektion Weiden verschiedene Objekten im Nachbarland. An beiden Festnahmetagen stellten die Ermittler verschiedene Gegenstände sicher, die nun hinsichtlich eines möglichen Tatbezuges überprüft werden. Ergebnisse hierzu liegen derzeit nicht vor.

Mit Blick auf das laufende Verfahren können nach wie vor keine Angaben zu möglichen Aussagen der nun drei festgenommenen Männer im Alter von 33, 39 und 43 Jahren gemacht werden, heißt es im Bericht weiter.

Für die Justizbehörden sei jetzt die Auslieferung der drei Tatverdächtigen vorrangig. Dazu notwendige Anträge und Ersuchen der Staatsanwaltschaft Weiden seien bereits gestellt. Wann eine Auslieferung erfolgen könne, sei aber mit Blick auf die dafür maßgeblichen internationalen Rechtsvorschriften nicht möglich.

Dieser Ermittlungserfolg zeige allerdings deutlich wie wirksam die Strafverfolgungsbehörden der Oberpfalz und der Tschechischen Republik, auch bei der grenzüberschreitenden Kriminalität zusammenarbeiten. "Straftäter die nur zur Begehung von Straftaten jeweils ins Nachbarland einreisen, können sich keinesfalls sicher sein, dass sie sich mit der Rückkehr ins Heimatland einer wirksamen Strafverfolgung entzogen haben. Dieser Erfolg ist ein deutliches Signal an alle Rechtsbrecher", betont Polizeisprecher Albert Brück.

Unverzichtbare Bausteine seien neben der beispielgebenden, länderübergreifenden Zusammenarbeit, Hinweise aus der Bevölkerung. Diese hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ermittler das Trio dingfest machen konnte.

Für die "EG Siedlung" gelte es nun, die erneut gewonnenen Erkenntnisse in den Gesamtkomplex einzuarbeiten, um so die Basis für eine mögliche gerichtliche Aufarbeitung zu schaffen. Darüber hinaus stehe die Prüfung an, ob die Tatverdächtigen noch für weitere Straftaten in Betracht kommen.

Hier finden Sie den Bericht zur Tat im September 2015
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