Natur wieder entdecken

Thomas Janscheck ging auf das Wissen der älteren Generation über Nutzpflanzen ein, das sich über Jahrhunderte durch Erfahrungen angesammelt hatte. Heutzutage sei dies in Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Bild: hür

In vielen Bauernregeln finden sich Informationen, die früher für das Überleben nötig waren. Da die Menschen "nicht mal schnell zum Supermarkt fahren konnten", sondern für fast ein halbes Jahr für sich und ihre Tiere Vorräte für den Winter anlegen mussten, war es unentbehrlich, die Natur zu kennen und richtig zu nutzen.

-Altfalter. (hür) Einen anschaulichen Vortrag über die Bedeutung und Verwendung zahlreicher Pflanzen an Haus und Hof erlebten rund 120 Zuhörer in der vollbesetzten Halle des Vereinszentrums in Altfalter. Im Namen aller Veranstalter begrüßte Markus Kurz die zahlreichen Gäste, unter ihnen Pfarrer Walter Hofmann sowie Franz Grabinger, den amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Schwarzach, die die Räumlichkeit zur Verfügung gestellt hatte. Grabinger freute sich, dass der Vortrag auf so großes Interesse gestoßen sei.

"Was die Alten noch wussten und die Jungen wieder interessiert", darüber erzählte und philosophierte Thomas Janscheck aus Wolnzach. Als Qualitätsmanagement- und Nachhaltigkeitsbeauftragter arbeitet er in der Hopfenvermarktung in der Hallertau. Darüber hinaus ist er in ganz Bayern unterwegs mit Vorträgen zu Baumgeschichten oder über die Symbolik von Pflanzen. In Seminaren über Gartenpädagogik gibt er weiter, wie insbesondere Kinder auf spielerische Weise für die Natur begeistert werden können.

Bei seinem Vortrag ging Janscheck auf das Wissen der älteren Generation über Nutzpflanzen ein, das sich über Jahrhunderte durch Erfahrungen angesammelt hatte. Heutzutage sei dieses jedoch in Gefahr, in Vergessenheit zu geraten, da es scheinbar nicht mehr benötigt werde.

Janscheck erläuterte dieses "alte" Wissen anhand vieler Beispiele wie dem Einlagern von Äpfeln, dem Obstbaumschnitt oder der Nutzung von Heilkräutern für die "Winterapotheke" . Dass diese besonders zur Zeit des "Frauendreißigers" vom 15. August bis 15. September in Vollmondphasen gesammelt wurden, läge an der stärkeren Heilkraft zu dieser Zeit. Dies habe jedoch nur insofern mit dem Mond zu tun, dass aufgrund des höheren Lichtgenusses die Pflanzen mehr Wirkstoffe einlagern könnten. Heutzutage sei wissenschaftlich oftmals nachgewiesen worden, was in früherer Zeit empirisch erfahren wurde. So wurde der Walnussbaum nicht nur wegen des Schattens auf Viehweiden gepflanzt, sondern auch um die Rinder vor Insekten zu schützen, da die Menschen festgestellt hatten, dass diese Plagegeister die Walnuss meiden. In gleicher Weise wurden Walnussblätter auch als Abwehr gegen Mäuse in Vorratskammern verwendet.

Damit auch die weiteren Sinne der Zuhörer angeregt wurden, hatte der Referent frisch geernteten Hopfen aus der Hallertau mitgebracht, den er zum Riechen an den Dolden durch die Reihen gehen ließ. Auch einen Rosenkranz aus Früchten der Pimpernuss, dem "Beterlstrauch", und eine Pfanne, mit der früher Thymian in der Kirche als Weihrauchersatz geräuchert wurde, hatte er dabei.
Weitere Beiträge zu den Themen: Vortrag (144)Janscheck (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.