Netzbetreiber Tennet informiert über Gleichstromtrasse
Nutzen für beide Seiten

Tennet-Referentin Carolin Kürth (links) erläuterte mit ihren Kollegen die Planungen zum Süd-Ost-Link. Im Kunz-Saal der Oberpfalzhalle war auch ein Modell einer Erdkabel-Baustelle aufgebaut. Bild: Hösamer

Die Fragen ähneln sich, ob Ostbayernring oder Süd-Ost-Link: Wo soll die Leitung hin, wie wird sie aussehen? Beim Infomarkt des Netzbetreibers Tennet am Freitag im Kunz-Saal der Oberpfalzhalle galt das Interesse der geplanten Gleichstrompassage.

Als erster Schritt der Öffentlichkeitsbeteiligung dienen die "Infomarkt" getauften Veranstaltungen zweierlei: Die potenziell Betroffenen der Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link können sich einen Überblick über das Vorhaben verschaffen, ihre Bedenken loswerden. Andererseits erhoffe sich auch der Netzbetreiber wichtige Hinweise, wie Carolin Kürth erläutert. Die Tennet-Referentin für Bürgerbeteiligung sieht den Nutzen für die Planer: "Das Wissen der Alteingesessenen ist unbezahlbar."

Ob ehemalige Braunkohle-Abbaugebiete oder alte Rohrleitungssysteme: Es gibt einiges, was im Untergrund schlummert und in den Datensätzen der Geo-Informationssysteme schlicht nicht verzeichnet ist. Ein Besucher habe ihr gerade das Ausmaß der ehemaligen Tagebaue rund um Wackersdorf und Steinberg ins Blatt diktiert, berichtet sie.

Ein paar Meter weiter steht gerade der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, Josef Wittmann, und wirft einen Blick auf das Modell der Baustelle. Vom Prinzip her ähnelt die Verlegung der Erdkabel dem Bau der Gaspipelines, die bereits westlich von Schwandorf liegen.

"Rund um Schwandorf haben wir langsam alles", sagt Wittmann, und zählt auf: "Ostbayernring, Gasleitungen, dann die Erdkabel". Nicht einfach für die Bauern, die naturgemäß am meisten von den Planungen betroffen sind. Der Süd-Ost-Link soll von Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) bis zum Kernkraftwerk Isar bei Landshut reichen und die Stromversorgung Bayerns sichern - wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet sind.

Bislang sind für die Trasse nur mögliche Korridore abgesteckt, etwa grob entlang der Autobahn A 93. Stück für Stück werden sie nach Problemen abgeklopft, bis die optimale Süd-Ost-Verbindung gefunden ist.
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