Neue Regel zu Elektroschrott: In Weiden ändert sich de facto nichts
Alles beim Alten bei Altgeräten

Der Container beim Bauhof ist eine Möglichkeit, kleine Elektrogeräte zu entsorgen. Bei größeren Trümmern verweisen Johannes Zierock, bei der Stadt zuständig für Abfallwirtschaft, und seine Kollegen auf die Sammelstelle in der Max-Planck-Straße. Bild: Götz

Wer verkauft, nimmt auch zurück: Die neue Regel, wonach manche Händler nun Elektroschrott sammeln müssen, mag anderswo Probleme bereiten. Nicht aber in Weiden.

Die Idee klingt ja logisch. Je mehr Rückgabemöglichkeiten für alte Elektrogeräte, desto weniger landen im Restmüll. Also gilt seit rund einem Monat: Ausgediente Rasierer, Waschmaschinen und Co. dürfen die Bürger auch beim Händler abliefern. Die Läden müssen sie annehmen, vorausgesetzt, sie haben mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Elektrogeräte. Fast logisch ist allerdings auch, dass es bei der Umsetzung noch nicht so brummt. Wie berichtet, bemängeln unter anderem Umweltverbände, dass sich viele Händler in Deutschland vor der Pflicht drücken. In Weiden gibt es dagegen keine Probleme. Aus einem simplen Grund.

Laut Christoph Sollfrank vom Umweltamt findet sich nämlich nur ein Geschäft in der Stadt, das so groß ist, dass die Regelung greift: Media Markt. Und der hat eh schon längst eine freiwillige Rücknahme, sagt Verkaufsleiter Michael Kraus. Ein Service, den übrigens ebenso einige kleinere Händler bieten. Wobei ja nicht nur die klassischen Geschäfte in der Pflicht sind. Auch viele Online-Händler müssen nun ausgediente Technik zurücknehmen, wogegen sie sich lange wehrten. Aber auch hier scheint noch kein Weidener - wenn es denn einer schon versucht hat - Probleme gehabt zu haben. Jedenfalls wissen weder Sollfrank noch Bauhof-Chef Manfred Meßner von irgendwelchen Beschwerden.

Überhaupt macht sich die neue Regel beim Bauhof noch nicht bemerkbar. Dass nun weniger Kleingeräte hier landen, lasse sich nicht beobachten, sagt Meßner. Keine Veränderungen gab es auch bei der Rücknahmestelle, die die Firma Bergler für die Stadt betreibt. Dazu sei es nach einem Monat aber auch "noch zu früh", sagt ein Sprecher. Allerdings hätten inzwischen manche Händler zumindest Interesse signalisiert, ihren Kunden künftig freiwillig die korrekte Entsorgung anzubieten.

Wenn damit wirklich etwas weniger Rasierer im Restmüll landen, hätte die Regelung in der Tat etwas erreicht. Denn Restmüll bedeutet: Müllverbrennung. Damit würden auch seltene Erden, Metalle, Platinen und, und, und verloren gehen. Wer dagegen regelkonform verwerte, so der Bergler-Sprecher, "tut der Umwelt einen Gefallen. Gold und Platin zum Beispiel sind endlich. Das werden wir nicht ewig haben". Logisch.

RückgabeDie kommunale (und kostenlose) Sammelstelle für Elektrogeräte aller Größen aus privaten Haushalten betreibt in Weiden die Firma Bergler (Max-Planck-Straße 5, Montag bis Freitag von 7 bis 16.30 Uhr). Kleine Elektrogeräte können Bürger daneben auch beim Bauhof abgeben. (fku)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.