Neustart nach Dacheinsturz bei Möbel Uschold
Wieder Mut nach der Flut

Der Lieferwagen ersetzt vorerst die Verkaufsfläche. Trotzdem zeigt sich Chef Hans Müller (Zweiter von rechts) zuversichtlich: Der Betrieb läuft wieder, auch dank des Einsatzes der Kundenberater Ulrike Höllerer und Jürgen Herzog sowie von Lagermeister Martin Schönborn (links). Bild: fku

Ein langer Tisch mit Plastikdecke. Ordner, elektronisches Gerät und sonstige Unterlagen dicht an dicht. "Notbüro" nennt Hans Müller das, was sie da in der Dr.-von-Fromm-Straße eingerichtet haben. Unglücklich sei er damit aber nicht, erklärt der Inhaber von Möbel Uschold. Er sage sich immer: "Positiv denken, nach vorne schauen." Und überhaupt, das Büro bedeute ja: Es geht wieder weiter.

Dass er einfach positiv denke, sagt Müller immer wieder. So eine Einstellung braucht es vermutlich auch, wenn einem die Decke aufs Geschäft gefallen ist. Dem Unternehmen passierte das am 20. Februar. Gegen 20.30 Uhr brach das Dach der Verkaufshalle ein. Die Entwässerung hatte offenbar nicht mehr funktioniert. Regen und Schmelzwasser stauten sich - bis es schließlich zu viel wurde. Die Abdeckung kollabierte, ein Wasserschwall ergoss sich in den Möbelmarkt. Eine Fläche von rund 1100 Quadratmetern mehr oder weniger geflutet. Personen, immerhin, kamen nicht zu Schaden.

"Schon schockiert"


Der Vermieter hatte Müller in jener Nacht angerufen. Als er ankam, stand alles unter Wasser. "Ich war im ersten Moment schon schockiert", sagt der 50-Jährige, der den Möbelmarkt erst kurz zuvor von Gründerin Elisabeth Uschold übernommen hat. Ein denkbar schlechter Start in die Selbstständigkeit, oder? Müller lächelt. "Stimmt." Aber er denke ja positiv.

Neben dem Chef kam am Abend des Unglücks auch die gesamte Stammbelegschaft - insgesamt sind sie zu sechst. Alle seien erst mal geknickt gewesen. Aber am Montag um halb zehn sei es wieder weitergegangen. Sie zogen mit dem Büro um, brachten Telefone und EDV wieder zum Laufen. Richteten ein Behelfslager für Lieferungen ist ein. Inzwischen ist auch das Hoftor wieder offen. Kunden können im "Notbüro" vorbeikommen, bestellen. Eigentlich laufe ja nach rund zwei Wochen Zwangspause alles schon wieder normal, sagt der Neustädter. Mit dem kleinen Unterschied freilich, dass niemand Küchen, Couchen und Co. aufgebaut anschauen kann. Denn der eigentliche Markt ist weiter gesperrt. Die Außenfassade ist zwar bereits saniert, erklärt Müller. Aber das Dach noch nicht. Wie lange es bis zur Rückkehr in die Räume dauert, sei offen. Drinnen stünden außerdem noch die gefluteten Möbel.

Neue Aufträge


Zumindest deute viel darauf hin, dass die Versicherung für den Schaden aufkommen wird. Das ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern. Aber: "Es sieht gut aus", immerhin gehe es um einen "beträchtlichen" Betrag. Wie viel genau, das will Müller nicht sagen. Die Versicherung würde dann übrigens auch die alten Möbel nehmen. Es gebe Firmen, die so etwas aufkaufen und als Restposten veräußern.

Apropos verkaufen: Die Aufträge, die noch vor der Februarnacht eingegangen sind, würden - freilich mit Verzögerung - schon wieder abgearbeitet. Es kämen sogar neue Bestellungen dazu. Vor allem von Stammkunden von früher. Natürlich sei der Umsatz trotzdem zurückgegangen. Aber das sei doch schon mal was, sagt Müller. "Man muss eben das Beste draus machen. Und ich glaube, das machen wir." Positiv gedacht eben.
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