Nur der Schnee fehlt
Waldweihnacht des Oberpfälzer Waldvereins

Die Besucher der OWV-Waldweihnacht wärmten sich an Schwedenfeuern und Geschichten, die um Glocken kreisten. Bild: uz

An den Schuhen klebte Matsch statt Schnee. Trotzdem war die Waldweihnacht des Oberpfälzer Waldvereins am späten Sonntagnachmittag auf dem Fischerberg eine besinnliche Veranstaltung. Nicht zuletzt dank Markus Bächers Schwedenfeuern.

Neben der Gruppe "CHORisma" unter Leitung von Larissa Burgardt leuchtete ein Christbaum. Die Regie hatte diesmal für den erkrankten OWV-Vorsitzenden Alois Lukas Stellvertreter Johann Fröhlich übernommen. Wieder mit dabei war die Bläsergruppe Störnstein. Edith Schimandl und Georg Hüttner von der OWV-Volkstumsgruppe lasen Weihnachtserzählungen.

Darin ging es vor allem um Glocken. Zum einen als Versuch, in die eigene Kindheit zurückzublenden und an das Glöckchen vom Christbaum zu erinnern. Zum anderen um die Geschichte einer Glocke, die keiner haben wollte, bis Kinder sie fanden und in ihre Krippe hingen.

Fröhlich stellte den Zeitbegriff in den Mittelpunkt seiner Besinnung. "Zeit der Lichter, der fragenden Gesichter, Zeit endlich nachzudenken. Jeder sollte versuchen, die Zeit, die ihm verbleibt, bewusst zu leben." Ein besonderer Gruß galt Ehrenvorsitzendem Hans Sperrer. Bevor sich der Chor mit dem "Adventsjodler" verabschiedete und zuletzt gemeinsam mit der Bläsergruppe "Oh du fröhliche, oh du selige" anstimmte, sprach Stadtpfarrer Gerhard Pausch. In Anlehnung an seine Vorredner erzählte auch er eine Glockengeschichte, allerdings nach einer wahren Begebenheit. So habe ein Dorfbewohner unter Einsatz seines eigenen Lebens während der Nazi-Zeit die Glocke aus der Kapelle seines Heimatortes vor dem Umschmelzen in kriegsfähige Waffen gerettet. Und zwar, indem er sie aus dem Zug gestohlen habe, der die Glocke zur Eisenschmelze transportieren sollte. Außer seinem Freund habe keiner gewusst, dass die Glocke unter den Küchendielen vergraben war. Nach dem Krieg, der Retter der Glocke war gefallen, sei es gelungen, das Geläut mit Hilfe des Freundes wieder an seinen angestammten Platz zu bringen. Nach der Feier marschierten die Besucher mit Taschenlampen und Fackeln durch die Dunkelheit zurück zu den Parkplätzen.
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