OTH Amberg-Weiden informiert über Rumänien und Polen
Die unterschätzten Nachbarn

Viel gut Laune versprühten die Studenten sowie die Hauptreferenten, Barbara Dudkowski (links) und Ludwig Rechenmacher. Bild: sbü

"So nah und doch so unbekannt" - das sagt die OTH Amberg-Weiden über einige Länder, die nicht sehr weit von Deutschland entfernt sind. Eine kleine Veranstaltungsreihe will über diese Länder informieren. Den Auftakt machten Polen und Rumänien.

"Kommen Sie nach Polen, Ihr Auto ist schon dort. Bitte erzählen Sie zukünftig nicht mehr solche Witze", bat Barbara Dudkowski die Zuhörer ihres engagierten Vortrags. Sie stellte das Nachbarland Polen auf eine Art und Weise vor, wie dies mit Sicherheit in keinem Reiseführer nachzulesen ist. In Polen geboren, seit Jahrzehnten in Deutschland lebend, berichtete die Trainerin für Teambildung und Coaching aus Schwandorf viel über Charakter und Wesenseigenschaften der Nachbarn. Dabei war auch immer zu spüren, dass die Referentin für ihr ehemaliges Heimatland werben und zum besseren Verständnis beitragen wollte. Mit Bildern der masurischen Seenplatte und der Hohen Tatra hatte sie ohnehin bereits die Reiselust nach Polen entfacht.

"Homo Sowjeticus"


"Demokraten wachsen nicht auf den Bäumen", stellte sie fest und wollte damit ausdrücken, dass in Polen der "Homo Sowjeticus" erst vollständig aussterben müsse. Polen hätte die vielen Gebietsveränderungen in seiner Geschichte vor allem durch die Identifikation über die Sprache überlebt. Die Polen hätten nach dem Zweiten Weltkrieg "das Recht zum Weinen" gehabt. Die Polen würden sich auch ganz anders mit ihrer Geschichte identifizieren als die Deutschen. "Wir kommen dem Jüdischen sehr nahe, wir erzählen Geschichten", sagte Barbara Dudkowski auch.

Historisch seien ihre Landsleute geprägt vom Ehrgeiz aufzusteigen: "vom Leibeigenen zum Adel". Heute wolle deshalb jeder studieren. "Ein Ingenieur macht sich die Hände nicht schmutzig", beschreibt die Referentin eine Eigenschaft der Polen.

In einem weiteren Vortrag des Abends stellte Ludwig Rechenmacher, Abteilungsleiter bei der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, das Land Rumänien vor. Rechenmacher gilt seit Jahrzehnten als einer der besten Experten in Bayern für die Länder im ehemaligen Ostblock. Auch bei Rumänien schöpft Rechenmacher aus einem großen Erfahrungsschatz. Ähnlich wie Barbara Dudkowski beschrieb er auf lebendige Art viel Licht und Schatten, aber nie um das Land auszugrenzen, sondern es nach Europa zu integrieren.

So berichtete er von den Bemühungen des rumänischen Staates, Sinti und Roma zu integrieren. "Obwohl nur noch sehr wenig Deutsche in Rumänien leben, gibt es viele deutsche Traditionen." Ganz wichtig ist ihm auch die deutliche Aussage: "Man kann von jedem Land lernen. Wir sollten aufhören, allen zu sagen, wie Europa tickt." Langfristig sieht Rechenmacher eine erfolgreiche Zukunft in der Donau-Raum-Strategie.

Exkursionen unternommen


Beiden Hauptreferaten waren Studentendialoge vorangestellt, in denen Fakten, Informationen und Kurzfilme über beide Länder sehr unterhaltsam vorgetragen wurden. So konnten die Zuhörer die Länder eingehend kennenlernen. Agathe und Anne, Nona und Michael hatten ihre Präsentation perfekt vorbereitet. Der Bericht von Sarah über die Exkursion einer Hochschulgruppe nach Jaroslaw und Moskau (wir berichteten) beendete den informativen Abend. Organisiert hatte die Veranstaltung federführend Anna Wiesmeier, OTH-Dozentin für Russisch, unter Beteiligung von Marian Mure, Leiterin des Sprachenzentrums Mittel- und Osteuropa.
Kommen Sie nach Polen, Ihr Auto ist schon dort. Bitte erzählen Sie zukünftig nicht mehr solche Witze.Barbara Dudkowski
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