OTH erhält 150000 Euro für Forschungsprojekt, dass Strahlung bei Implantanten untersucht
Röntgen mit Schrittmacher

Bisher ist es ein Problem, wenn beispielsweise Träger eines Herzschrittmachers in den Computertomographen sollen. Ein Forschungsprojekt der Hochschule sucht nach Lösungen. Im Bild (von links): Professor Dr. Ralf Ringler, Promotionsstudent Manuel Stich und OTH-Präsidentin Professor Dr. Andrea Klug am CT der Hochschule. Bild: sbü

Von Fortschritten in der Medizin ist fast jeden Tag zu lesen. Gerade deswegen wundert es, wenn wichtige Probleme noch nicht ausreichend erforscht sind. Ein neues Forschungsprojekt an der OTH greift nun eines davon auf.

Millionen Menschen tragen Implantate wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren, Insulin- oder Schmerzmittelpumpen oder eine Hörschnecke. Da die Patienten älter werden, kommt es häufiger zu CT-Untersuchungen, zu Strahlentherapien oder auch einfach zu Röntgenuntersuchungen. Was passiert dabei mit dem Implantat? Dieser Frage ist die Wissenschaft bisher nicht ausreichend nachgegangen.

150 000 Euro für Projekt


Dieses Informationsdefizit soll jetzt an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Weiden-Amberg abgebaut werden. Medizintechnik-Professor Dr. Ralf Ringler beantragte in Kooperation mit der "MR:comp GmbH" Fördermittel des Programms "Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand". Mit Erfolg: Es wurden knapp 150 000 Euro bewilligt.

Die Nachricht darüber begeisterte OTH-Präsidentin Professor Dr. Andrea Klug. "Mir geht es nicht nur um die Fördergelder, vielmehr ist dieses Projekt ein Paradebeispiel für die anwendungs- und lösungsorientierte Forschung an der OTH." Die Hochschule ziele hier vor allem auf Ansätze bei tatsächlich bestehenden aktuellen Problemen.

Ringler erläuterte die Ausgangssituation für dieses Forschungsvorhaben. Der Medizinphysik-Experte mit langjähriger Erfahrung an Kliniken im Bereich der Röntgendiagnostik und Strahlentherapie ist für dieses Projekt geradezu prädestiniert. Und er stellt fest, dass bei zahlreichen Untersuchungen und Therapien Strahlen verschiedenster Art auf den Patienten einwirken. Die Nuklearmedizin entwickle sich ständig weiter, aber das Implantat kann nicht herausgenommen werden. Schließlich gehe es manchmal auch darum, Leben zu retten.

Dabei sind aber Schädigungen des Implantats möglich, sagt Ringler. Deshalb müsse die Wechselwirkung zwischen Bestrahlung und Implantat besser verstanden werden. Untersucht werden solle unter anderem die Strahlendosis, bei der noch kein Schaden am Implantat auftritt. In einer engen Kooperation mit Kliniken, darunter die Kliniken Nordoberpfalz, würden die Forschungsergebnisse abgesichert. Durch die Beteiligung eines Partners aus der Industrie sei auch für die spätere Praxisanwendung gesorgt.

Das Forschungsvorhaben ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil mehrere Studenten daran beteiligt werden und davon profitieren. Unter anderem werden eine Promotion und die Beschäftigung einer studentischen Hilfskraft im Masterstudium ermöglicht.

Das Forschungsprojekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgerichtet. Möglicherweise führe es auch dazu, dass Materialien von Implantaten, insbesondere empfindliche Bauteile, weiterentwickelt werden müssen. Konsequenzen könnten sich daneben auch für die Akkus in den Implantaten ergeben.
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