OTH Weiden entwickelt neue Untersuchungsmethode
Hilfe für Implantat-Träger

Bislang ist es nur ein Teststand, aber er könnte bald helfen, Leben zu retten. Gregor Schaefers und Dr. Jörg Seehafer von der "MR:comp GmbH" sowie Professor Dr. Ralf Ringler und Karina Schuller (von links), OTH Amberg-Weiden, präsentieren den Teststand für aktive Implantate. Bild: hfz

Radiologen können oft die benötigte MRT-Untersuchung nicht durchführen, weil Patienten Herzschrittmacher oder andere aktive Implantate tragen. Diese Patienten profitieren vielleicht bald von einem Projekt, das die OTH Amberg-Weiden gemeinsam mit einem Gelsenkirchener Unternehmen betreibt.

Bei dem Projekt wird eine Testmethode entwickelt, um Fehlfunktionen von Implantaten auszuschließen und die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Inwiefern das schon gelingt, besprachen die Projektpartner zwei Tage bei einer Zwischenbilanz an der OTH Weiden.

Und die fiel positiv aus. Das Projekt mit dem vollständigen Titel "Testmethodenentwicklung für aktive, implantierbare Medizinprodukte zum Ausschluss von Fehlfunktionen im Rahmen der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT)" verzeichnet große Fortschritte. Projektleiter Professor Dr. Ralf Ringler, Studiengang Medizintechnik, und Projektmitarbeiterin Karina Schuller stellten den Entwurf eines automatisierten Teststandes und den entsprechenden Prototypen vor, der an der hochschuleigenen Werkstatt am Standort Amberg erstellt wurde. Das Prinzip ist einfach: Der Herzschrittmacher oder ein anderes implantierbares Medizinprodukt werden in den Teststand gelegt, der wiederum ins MRT-Gerät geschoben wird. Wenn das elektromagnetische Feld im MRT Auswirkungen auf das Implantat hat, zeigt der Teststand Störungen an - Patienten mit diesem Implantat sollten das MRT meiden.

Zurzeit wird der Teststand weiter ausgebaut und verfeinert: Die Projektbeteiligten werden eine Sensorik implementieren, die über eine eigens angefertigte Software ausgelesen werden kann. "Unsere Arbeit gewinnt vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels an Bedeutung", sagt Professor Ringler. "Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass immer mehr Menschen auf Implantate angewiesen sind. Gleichzeitig benötigen gerade diese Patienten nicht selten auch MRT-Untersuchungen für eine vollständige Diagnose."

Der Kooperationspartner, die "MR:comp GmbH" in Gelsenkirchen ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das sich als Prüflabor einen Namen im Testen von Implantaten erworben hat. Die OTH Amberg-Weiden hat mit Professor Ringler einen ausgewiesenen Experten im Bereich der personalisierten Medizin sowie in der diagnostischen Bildgebung der Medizinischen Physik und der Medizintechnik. Beide Partner sind in mehreren nationalen und internationalen Normenausschüssen aktiv und stehen der Medizintechnikindustrie als gefragte Ansprechpartner im Bereich der Magnet-Resonanz-Tomografie zur Seite.

Das Forschungsvorhaben ist auf zwei Jahre bis Mai 2017 angelegt. Es wird vom Wirtschaftsministerium gefördert und im Rahmen des Programms "Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand".
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