Personalquerelen beendet, trotzdem bleiben Herausforderungen
Bei der Tafel wird es eng

Erst stellen sie sich zum Gruppenbild, dann neuen Herausforderungen: Bei der Tafel um den neuen und alten Vorsitzenden Josef Gebhardt (Fünfter von links) hörten die weiteren Vorstandsmitglieder und die Ehrengästen von zahlreichen Aufgaben, die auf die Einrichtung warten. Bild: Dobmeier

Im zweiten Anlauf ging dann doch alles wie geplant über die Bühne: Josef Gebhardt bleibt Tafel-Vorsitzender. Auch der Rest des Vorstands ist nun im Amt. Alles in Ordnung also? Nicht ganz. Für die Tafel gibt es noch eine Reihe weiterer Herausforderungen. So steht eine Einschränkung der Abholung im Raum.

Von Überraschungen diesmal keine Spur: Hatte sich bei der regulären Hauptversammlung der Tafel noch eine Gegenkandidatin zur Vorsitzenden wählen lassen (wir berichteten), die dann ihr Amt doch nicht antrat, lief nun alles wie erwartet. Die außerordentliche Mitgliederversammlung im Café Mitte bestätigte den alten und neuen Vorsitzenden Josef Gebhardt.

Damit blieb Zeit für einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen. Und der zeigte, dass die auch ohne Personalquerelen alles andere als leicht zu bewältigen sind. So steigt laut Gebhardt die Zahl der Abholer stetig an.

Eier und Milch fehlen


Für das Jahr 2016 rechnet er mit 1200. Einer der Gründe sind die steigenden Zahlen von Asylsuchenden unter den Berechtigten. Waren es 2015 noch 269, so sind es - Stand März dieses Jahres - nun rund 400.

Das sei eine Steigerung, die die Tafel nicht ohne Einschränkungen bewältigen könne, sagte der Vorsitzende. Vor allem Milch und Eier fehlten, welche deshalb nur rationiert ausgegeben werden könnten. Sorgen bereite auch, dass Obst und Gemüse, aber auch Brot, manchmal schon 45 Minuten vor Ausgabe-Ende weg sind. Deshalb überlegt man, die Abholung auf zweimal in der Woche zu beschränken.

Ärger bereitet das Gedränge an der Tür. Deshalb musste schon ein Mitarbeiter für die Einlassregelung abgestellt werden. "Einige drängen sich vor und blockieren die Türe. So trauen sich vor allem Ältere und Frauen nicht mehr durch. Wir greifen hier durch", sagte Gebhardt. Zudem suche die Tafel nach wie vor neue, ebenerdige und zentrale Räume in Weiden, da sie am Stockerhutweg schon lange an die Grenzen stößt.

Viel Lob zollte Bürgermeister Jens Meyer dem Verein und Vorsitzendem Gebhardt. Er dankte für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden. "Diese Zeiten sind nicht selbstverständlich." Es sei schön, zu hören, "dass diese Arbeit Menschen zugutekommt, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen", sagte er. Die Einrichtung werde mit viel Herzblut betrieben.

Dringend gebraucht


Der Vorsitzende der nordbayerischen Tafeln, Bernhard Saurenbach, erläuterte, wie dringend gerade in der heutigen Zeit die Tafeln gebraucht würden. Besonders in Weiden habe sich der Verein toll entwickelt. Es würden keine Unterschiede bei den Bedürftigen gemacht. Egal, ob Arbeitslosengeld-II-, Grundsicherungs-, Renten- oder Sozialhilfebezieher bis hin zu Asylsuchenden: Alle würden gleichermaßen versorgt. Dies sei natürlich ein große Herausforderung. Umso mehr gelte es, Lob und Dank für die ehrenamtliche Arbeit auszusprechen.

Die Ergebnisse der NeuwahlenFür den Wahlausschuss bestimmte die Tafel bei ihrer Versammlung Bernhard Saurenbach, Gerald Bolleininger und Hans Forster. Auf Antrag folgte die Wahl des Vorsitzenden in geheimer Abstimmung. Von den 69 stimmberechtigten Mitgliedern votierten 57 für den alten und neuen Vorsitzenden Josef Gebhardt - bei 8 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen. Per Akklamation einstimmig bestätigt wurden: zweite Vorsitzende Birgit Käs, Schatzmeister Gerhard Landgraf, Schriftführerin Ute Huestis und Beisitzer Bert Mayer. Als Kassenprüfer fungieren Elmar Grosser und Peter Lottes, der auch Sicherheitsbeauftragter ist. Den Beirat bilden Dr. Horst Fabritz, Irmgard Karl, Petra Krebs, Diana Hermann, Hedwig Reger und Norbert Griesbacher. (rdo)
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