Pfarrei Herz Jesu baut im Pfarrgarten
Pfarrheim mit viel Schwung

Das Pfarr- und Jugendheim schafft eine neue Zugangssituation zur Pfarrkirche. Entlang am geschwungenen Baukörper (30 Meter lang und bis zu 16 Metern breit) geht's zum Vorplatz. Hinter den Fenstern liegen die Zugangsbereiche zu den 382 Quadratmetern Nutzfläche. Skizze: Architekt Schwemmer
 
Blick auf die Südost-Seite mit den hohen Fenstern des großen, teilbaren Pfarrsaals (bis zu 200 Gäste), zu den Gruppenräumen (links) sowie zum auskragenden Dach des Empfangsplatzes (rechts). Skizze: Architekt Schwemmer

Die Silhouette der Pfarrkirche ist den Bauherren heilig. Das neue Pfarr- und Jugendheim in Herz Jesu muss sich "unterordnen". Die Pfarrei macht aus der Not eine Tugend: Mit einem unkonventionellen Entwurf schafft Architekt Manfred Schwemmer nicht nur die nötigen Räume, sondern ordnet auch den Vorplatz der Pfarrkirche neu.

In einer gemeinsamen Sitzung präsentierte die Kirchenverwaltung von Herz Jesu den Fraktionen den Entwurf des Neubaus, der inzwischen den Segen der Bauexperten der Diözese und der Denkmalschützer erhalten hat. Nun müssen die Stadträte den Plänen zustimmen, von denen die pfarrlichen Gremien überzeugt sind. Die Gäste waren zunächst verblüfft. Dann machte sich begeisterte Zustimmung breit.

Optimale Lösung


Stadtpfarrer Gerhard Pausch verwies zunächst auf die große öffentliche Bedeutung der kleinen Pfarr- und Jugendheimes, das den Bereich zwischen Lerchenfeldstraße, Pfarrhof und Zufahrt zur Pfarrkirche neu gestaltet. Auf der Suche nach einer optimalen Lösung habe das Projekt viele Stufen durchlaufen. "Uns ist es nun sehr wichtig, dass die Stadträte rechtzeitig informiert sind."

Fast zeitgleich mit dem Abbruch des alten Pfarrheims aus dem Jahr 1965 habe er 2014 den Auftrag für die Planung eines kleinen, zeitgemäßen Pfarr- und Jugendheimes erhalten, berichtet Manfred Schwemmer den Stadträten, darunter viele Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses. Der Platz im Pfarrgarten war zwar schnell gefunden. Wesentlich länger dauerte die Suche nach der richtigen Form, denn das geforderte Raumprogramm in ein Gebäude zu gießen, das "in Reih und Glied" steht, sei unmöglich gewesen. Es musste eingeschossig und barrierefrei bleiben.

Die Form des Pfarrheims erinnert an eine große, liegende Brotscheibe. Der geschwungene Baukörper, also die "Oberseite", öffnet den Platz zur Lerchenfeldstraße. Durch die schräge Lage erzeugt das Pfarrheim eine einladende Geste. "Es geleitet die Besucher zum Kirchplatz und den Haupteingang, schafft einen Auftakt", so Schwemmer. Das zur Kirche hin ansteigende Pultdach - mit der 3,60 Meter niedrigen Traufseite zur Lerchenfeldstraße - bewahrt den gewohnten Anblick der Kirche.



Der verglaste, geschwungene "Lichtflur", der sich auf dem Weg zum Kirchplatz öffnet, lässt Einblicke in die öffentlichen Bereiche des Pfarrheimes zu. "Es soll zum Eintreten animieren und zeigen, dass ein offenes und lebendiges Miteinander von Alt und Jung erwünscht ist", betont Stadtpfarrer Pausch. Durch die Trennung des Fahr- und Fußgängerverkehrs - aktuell ein deutliches Manko - werde die Sicherheit der Kirchenbesucher deutlich verbessert.

Auf der gegenüberliegenden Südostseite, also im relativ geraden "Boden" der hier 5,80 Meter hohen "Brotscheibe", entsteht zwischen der hohen, leichten und transparenten Pfosten-Riegel-Glas-Konstruktion des Pfarrheimsaales und dem massiven Baukörper der Kirche ein geschützter Außenbereich für die Pfarrei. Zum Kirchenvorplatz wiederum kragt das Dach des Pfarrheims sieben Meter und völlig stützenfrei aus, bildet einen Empfangsplatz.

Das Projekt kostet rund 1,2 Millionen Euro kosten. Die Diözese gibt einen Zuschuss von 45 Prozent. Damit bleibt ein hoher Eigenanteil bei der Pfarrei, die deshalb auf Unterstützung angewiesen ist. Spenden auf das Konto bei der Sparkasse Oberpfalz Nord: Kirchenstiftung Herz Jesu, "Baukonto Pfarrheim", IBAN: DE77 7535 0000 0011 2270 06, BIC: BYLADEM1WEN.
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