Pfarrer Markus Schmid ermuntert bei Kolping-Gedenktag, auf Flüchtlinge zuzugehen
Für den Anfang reicht ein Lächeln

Die Kolpingsfamilie ehrt langjährige Mitglieder. Bild: uz

Mit einem Gottesdienst in St. Josef feierte die Weidener Kolping-Familie den Adolph-Kolping-Gedenktag. Beim Treffen im Pfarrheim forderte Stadtpfarrer Markus Schmid die Mitglieder auf, auch mal ihre Herzen und Türen Kindern zu öffnen, die nicht auf der Sonnenseite lebten. "Vielleicht reden Sie die Kinder mal an. Oder laden sie ein."

Vielleicht sei auch schon viel gewonnen, wenn man einem Flüchtlingskind ein Lächeln schenke. "Wir können nicht die Welt retten. Auch wir als Kolping-Familie nicht. Aber vielleicht sollten wir das, was wir beten, schon ein bisschen ernst nehmen." Wer die Augen aufmache, der erkenne klar und deutlich, wo junge Menschen in Nöten seien.

"Ich möchte Sie ermuntern, so wie wir es heute gebetet haben, ein bisschen mitzuhelfen, jungen Menschen im Sinne Adolph Kolpings in ihrer religiösen und sozialen Not beizustehen." Jeder in der Runde könne dies. Und vielleicht sei gerade die Adventszeit ein guter Anlass, einmal darüber nachzudenken.

Dann erzählte der Geistliche von einem jugendlichen Flüchtling aus Aleppo, den er neulich kennengelernt habe und den er Mohammed nannte. Er sei der einzige Überlebende seiner Familie. Eltern, zwei Schwestern und drei Brüder seien dem Bombenterror zum Opfer gefallen. Die Mutter und Schwestern sind katholisch. Er, sein Vater und seine Brüder Muslime. Trotz geschlossener Grenzen habe er sich über die Türkei nach Deutschland durchgeschlagen. Jetzt wolle er zum katholischen Glauben konvertieren. Grund: "Christen haben ihm geholfen. Muslime haben ihm nicht geholfen." Derzeit arbeite er daran, mit seinen traumatischen Erlebnissen fertig zu werden.

Vorsitzender Karl Zitzmann erklärte, dass man beim Kolping-Gedenktag vor allem auch an das Jetzt denken müsse. Da kein Kolping-Mitglied Kolping selbst erlebt habe, könne man sich nur an das erinnern, was der Gründervater niedergeschrieben habe. Unter anderem sein Gedicht "Abschied von der Heimat".

Für 70-jährige Treue wurden Xaver Bayerl und Hans Hartwich geehrt. Für 65 Jahre Karl Burdak, Franz Dietl und Hans Sebald, für 60 Jahre Johann Rothballer, für 50 Jahre Alois Zitzmann, für 40 Jahre Frieda Bäumler, Christiane Göhl, Margarete Kinskofer, Richard Kinskofer, Helga Schlosser, Christa Schmidt, Hans Schneider, Maria Schneider, Erika Wieland, Karl Zitzmann, für 25 Karin Fischer.
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