Phänomen fährt im Bus mit
Neueste Entwicklung beim ÖPNV

Stadtlinienbetreiber Wolfgang Wies (Zweiter von rechts) und Rechtsdezernent Hermann Hubmann (Mitte) erläuterten die Entwicklungen beim ÖPNV. Mit dabei Richard Bauer von der Firma Wies (rechts) sowie (von links) der neue Leiter der Verkehrsbehörde, Andreas Bauer, und der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, Reinhold Gailer. Bild: Götz

Seit 2010 war die Anzahl von Schülern in den Bussen des ÖPNV leicht negativ. Der Trend ist gestoppt. Die liegt auch an jugendlichen Flüchtlingen. Aber nicht allein daran.

Wolfgang Wies spricht von einem Phänomen. Wie der Stadtlinienbetreiber erläutert, kostet eine Normalfahrt 1,60 Euro. Über Monats-und Jahreskarten könne man den Preis für eine Fahrt auf nur noch 60 Cent drücken. Trotzdem seien im vergangenen Jahr mehr teuere Einzelfahrkarten verkauft worden, die Zahl der billigeren Mehrfachkarten aber sei rückläufig gewesen, sagte Wies bei einer Pressekonferenz. Ein Phänomen. Nachvollziehen könne er es aber nicht.

Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr 3,1 Millionen Fahrgäste die Angebote des Stadtlinienbetreibers. Das waren 1,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Umsatz aber erhöhte sich um 1,3 Prozent. Das lag sicher an der Erhöhung der Fahrpreise, aber auch am beschriebenen Phänomen. Auch die Zahl der Schüler war seit 2010 leicht negativ. Dies hat sich nach Auskunft von Wies jetzt aber wieder geändert. Das Plus von einem Prozent im ersten Quartal lag auch an jugendlichen Asylbewerbern. Einen weiteren Grund nannte Rechtsdezernent Hermann Hubmann. "Weiden wächst." Inzwischen gebe es über 43 000 Einwohner. Dazu kämen noch rund 2000 US-Amerikaner, die hier wohnen.

Insgesamt erwartet Wies für 2016 Beförderungszahlen auf dem Niveau von 2015. Mit einer generellen Trendumkehr und Zuwächsen rechnet er erst wieder im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Einkaufszentrums Stadtgalerie in der Innenstadt. Trotzdem könnten bereits im laufenden Jahr die Aufwendungen für die Stadt sinken: Wenn die Treibstoffpreise weiter günstig bleiben.

2015 war finanziell eine Punktlandung. Der Zuschussbedarf nach Abzug der Erlöse, die jetzt der Stadt als Aufgabenträger zustehen, wird wohl dem erwarteten Defizitbetrag entsprechen. Bis auf 1000 Euro, die die Stadt zurückerhält. Insgesamt beträgt das Defizit 960 000 Euro. Davon übernimmt der Freistaat 250 000 Euro.

Sowohl Wies als auch Hubmann betonten die gute Zusammenarbeit. Der ÖPNV funktioniere hervorragend, stellte der städtische Dezernent fest. "Das wird uns von außen auch immer wieder bestätigt, wie toll der Stadtlinienverkehr läuft."

Zwei neue Busse


Veränderungen sind für 2016 nicht vorgesehen. Im Juni wird die Zahl der Euro6-Busse um zwei auf sieben, ein Drittel des Fuhrparks, erhöht. "Es gibt nichts Besseres, was Abgaswerte angeht, sagte Wies. Jedes Jahr wolle man zwei bis drei ältere Busse ersetzen. Schließlich feiert Wies 2017 das 40-Jährige seines Betriebshofs. Dazu wird teilweise umgebaut und energetisch saniert. "Und wir werden barrierefrei."
Das wird uns von außen auch immer wieder bestätigt, wie toll der Stadtlinienverkehr läuft.Rechtsdezernent Herman Hubmann bei einer Pressekonferenz zur Entwicklung des ÖPNV
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