Physik-Weltcup mit Weidener Beteiligung
Glänzender Start für deutsches Nationalteam in Russland

Das Maskottchen darf beim Team-Captain nicht fehlen: Jonas Landgraf (im Anzug, links) führt die deutsche Mannschaft im russischen Jekaterinburg aufs IYPT-Parkett. Mit dabei (von links) Sören Selbach, Fabian Eller - ebenfalls ein Augustinus-Gymnasiast - , Ann-Kathrin Raab, Carina Kanitz sowie die Betreuer Felix Welcher und Michael Steck. Bild: Felix Wechsler

Teams aus 29 Ländern starten beim Physik-Weltcup. Der deutschen Nationalmannschaft gelingt gegen ein glänzender Start gegen Polen und Rumänien. Darauf können auch die Weidener stolz sein. Denn gleich zwei der fünf jungen Physik-Asse stammen aus dem Augustinus-Gymnasium.

Weiden/Jekaterinburg. "Ich erwarte sehr spannende Spiele", sagte IYPT-Präsident Martin Plesch aus der Slowakei. In Jekaterinburg, der östlichsten Großstadt Europas, begann am Montag der 29. "International Young Physicists' Tournament", der kurz IYPT genannte Physik-Weltcup. Wieder mit dabei die deutsche Gruppe mit Jonas Landgraf und Fabian Eller aus Weiden, Carina Kanitz aus Erlangen, Sören Selbach aus Koblenz und Ann-Kathrin Raab aus Rosenheim. Sie alle sind 18 Jahre alt.

Unter den Portraits von Marx und Lenin, Relikten aus sowjetischer Vergangenheit, kämpfen die Fünf in dieser Woche in der russischen Ural-Federal-University um die Medaillen. "Silber sollte dieses Jahr möglich sein", hofft Team-Kapitän Jonas, der zum dritten Mal am IYPT teilnimmt und damit schon ein "alter Hase" ist.

Nervös nur am Anfang


Im ersten von fünf Wettkampfrunden galt es, sich gegen Polen und Rumänien durchzusetzen. "Polen war letztes Jahr sehr stark", erzählt Jonas Landgraf. Doch souverän behauptete sich "Augustinus"-Kamerad Fabian, intensiv von seinem Team unterstützt, in der Diskussion um tanzende Tischtennisbälle auf einem rotierenden Plattenteller. Fabian Eller: "Nervös war ich schon. Aber in Aktion legt sich das bei mir ziemlich schnell." Danach überzeugte Ann-Kathrin aus Rosenheim mit ihren Erläuterungen zu komplexen Wirbeln, die sich mit einer Frisbee-Scheibe auf eine Wasseroberfläche zaubern lassen.

Im dritten Wettstreit des Tages schließlich glänzte Jonas mit seiner Präsentation. Der Augustinus-Gymnasiast beeindruckte die Jury. Die erkannte klar, dass Jonas die rasche Bewegung einer Batterie, mit zwei Magneten verbunden, durch eine Spule viel besser verstanden hatte als die Teams aus Polen und Rumänien. Jonas Landgraf: "Mit ihren Wissenslücken waren es aber schon dankbare Gegner."

"Kleines Finale"


Nach diesem gelungenen Auftakt sicherten sich die fünf Achtzehnjährigen den dritten Platz in der Gesamtwertung. Nur die Teams aus Singapur und der Schweiz sammelten einige wenige Punkte mehr. Am zweiten Wettkampftag gilt es, diese sehr gute Ausgangsposition nicht nur zu behaupten. Denn nun trifft das deutsche Team auf die Schweiz - und die soll natürlich in einem ersten "kleinen Finale" bezwungen werden.

International Young Physicists' TournamentBeim "International Young Physicists' Tournament" (IYPT) tragen die Teams die zu Hause erarbeiteten Lösungsvorschläge in sogenannten Fights vor, wobei die gegnerische Mannschaft bestimmt, welches Problem erörtert wird. Während die Gegner in einer wissenschaftlichen Diskussion versuchen, Schwachstellen in der Argumentation des vortragenden Teams aufzudecken, beurteilt ein drittes Team sowohl Reporter als auch Opponent. Eine Jury aus Lehrern und Wissenschaftlern bewertet alle drei Teams. Damit kommt es nicht nur auf physikalisches Fachwissen an, sondern auch auf die Fähigkeit, in englischer Sprache zu kommunizieren sowie auf Fairness.


Silber sollte dieses Jahr möglich sein."Team-Kapitän Jonas Landgraf
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