Pokémon Go: Ein Selbstversuch
Mit dem Smartphone auf Mönsterchen-Jagd

Schon als Kind war ich Pokémon-Fan. Nun, mit 22 Jahren, jage ich die Mönsterchen mit dem Smartphone. Aber nur zu Forschungszwecken, versteht sich! Bild: Götz
 
Gemeinsam auf der Suche nach Pokémons: NT-Redaktion und Onetz legten am Oberen Markt Lockmodule aus. Bild: Unger

Wie "Smombies" sehe ich sie überall durch die Innenstadt und die Parks in Weiden rennen. Eine Mischung aus "Smartphone" und "Zombie" auf virtueller Monsterjagd. Pokémon war auch ein Teil meiner Kindheit. Wie die meisten anderen Jugendlichen habe ich mit Sammelkarten und Gameboy gespielt. Jetzt "Pokémon Go". Keine Frage: Das muss ich ausprobieren.

Die Redaktion gibt grünes Licht. Ich setze mich also hin, lade die App kostenlos runter und melde mich an. Einen geeigneten Benutzer- und Trainernamen zu finden, der noch nicht vergeben ist, ist gar nicht so einfach bei mehreren Millionen Spielern. Schließlich finde ich ihn: "Glurak010694" soll es werden. Warum Glurak? So weit ich mich erinnern kann, ist Glurak ein ziemlich starkes Pokémon. Bei der Anmeldung dann gleich der erste Sicherheitshinweis. "Bleibe wachsam. Behalte immer deine Umgebung im Auge!" Wohl eine Anspielung auf die Unfälle, die unachtsamen Spielern passieren, die den Blick für ihre Umwelt verlieren. Danach gestalte ich von Kopf bis Fuß das Aussehen meiner Trainerfigur.

Jetzt kann ich loslegen. Nachdem ich die Ortungsdienste für das Spiel freigegeben habe, erscheint auch schon das erste Pokémon auf dem Radar. Mit einer Wischbewegung werfe ich den Pokéball auf das Pokémon. Im zweiten Anlauf klappt es. Jawohl! Mein erstes selbstgefangenes Pokémon, erwischt im Gewerbegebiet am Brandweiher, im Ausweichquartier der NT-Redaktion. Das Pflanzen-Pokémon "Bisasam". Neben Pflanzen- gibt es Wasser-, Feuer-, Elektro-, Psychopokémon und viele mehr. Jetzt bin ich infiziert. Erinnert an die Kindheit, fahre ich Richtung Max-Reger-Park. Bei der Realschule soll es angeblich nur so von Pokémon wimmeln.

Lock-Angebot


Im Park schnappe ich gleich das nächste Fantasiewesen und treffe auf einen weiteren Spieler, der gerade unterwegs ist, um ein seltenes Exemplar zu fangen. Ich lasse mir von ihm ein bisschen mehr erzählen. Jetzt weiß ich also, was Pokéstops und Arenen sind. Bei einem Pokéstop könnte ich verschiedene Items erhalten, die sich unterschiedlich einsetzten lassen. Zusätzlich gibt es auch einen Shop für "In-App-Käufe". Wie etwa ein "Lockmodul", mit dem ich andere, manchmal sogar seltene Pokémon oder auch andere Spieler anlocken könnte. Nintendo macht damit ein lukratives Geschäft. Zwischen 1 und 100 Euro kann man sich so aus der Tasche ziehen lassen.

Während ich durch den Park und die Innenstadt laufe, habe ich das Gefühl, dass jeder, der auf sein Smartphone starrt, gerade auf Pokémon-Suche ist. Das Besondere ist die Verschmelzung der virtuellen mit der richtigen Realität, auch genannt "Augmented Reality".

Denn um ein Pokémon letztendlich zu fangen, schaltet sich die Kamera des Smartphones ein, und es erscheint ein Pokémon im Bild. Außerdem ist man wirklich die ganze Zeit zu Fuß unterwegs, wenn man erfolgreich sein will. Vor allem in der Stadt und an kulturellen und gut frequentierten Orten, wie dem Jugendzentrum, der Regionalbibliothek oder der Fußgängerzone, findet man viele. Auf dem Land sei das schon schwieriger, berichten mir Sebastian Helgath und Sven Sagner, die ich auf meinem Monster-Trip treffe. Auch sie haben sich über "Pokémon Go" kennengelernt.

Das Spiel zu verstehen, ist wirklich nicht schwer. Vor allem für Jugendliche, die heutzutage ohnehin alle technikaffin sind, ist es gar kein Problem. Innerhalb von ein paar Stunden habe ich mehrere Pokémons gefangen und mich ein Level hochgespielt. Zu meinen Pokémon gehören ein "Taubsi", ein "Raupy", ein "Menki" und noch ein paar andere. Ich weiß: Für die Hardcore-Zocker ist das nichts Besonderes. Ab Level 5 geht es erst richtig zur Sache. Aber um dieses zu erreichen, muss man schon mehrere Stunden, wenn nicht sogar Tage in das Spiel investieren. Solche Leute gibt's: Abdul Aziz Barghous beispielsweise, der ebenfalls durch die Innenstadt stromert. Er kommt auf acht Stunden täglich.

Pokéarena muss warten


Vor allem durch das Weiterentwickeln seiner Pokémon kann man sehr schnell aufsteigen, erzählen mir andere Spieler. Wenn man dann Level 5 erreicht hat, kann man sich in den oben genannten Pokéarenen Teams anschließen und gegen andere antreten. Weil ich aber zurück in die Redaktion muss, ist es mir leider nicht möglich, weiterzuspielen. Irgendwann muss der kleine Erfahrungsbericht hier ja auch geschrieben werden.

Mein Fazit: Für Jugendliche, die nach der Schule oder in den Pausen frei haben, ist "Pokémon Go" eine gute Möglichkeit, die Freizeit mit Freunden zu gestalten. Allemal besser, als daheim allein vor PC oder Spielekonsole zu sitzen. Nur aufpassen sollten sie und den Blick vielleicht ab und zu vom Smartphone nehmen. Da ich als Kind selbst Pokémon-Fan war, kann ich den Hype um das Spiel sehr gut nachvollziehen. Jedoch sollen trotzdem andere Aktivitäten wie Sport oder Freunde treffen nicht zu kurz kommen.

So, und jetzt lösche ich das Spiel wieder. Diese anderen besagten Aktivitäten machen mir dann doch noch mehr Spaß. An alle Spieler: Viel Spaß beim Weiterzocken!
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