Polizei bildet spezielle Spürhunde aus
Vierbeiner erschnüffeln versteckte Geldscheine

Geldscheine erschnüffeln ist für die sieben Banknotenhunde der Bayerischen Polizei kein Problem Bild: Polizei
„Pecunia non olet: Geld stinkt nicht“, lautet ein bekannter lateinischer Ausspruch des früheren römischen Kaisers Vespasian. Für die Banknotenhunde der Bayerischen Polizei trifft das allerdings nicht zu. Im Jahr 2015 stöberten die vierbeinigen Spürnasen wieder mehrere hunderttausend Euro auf.

Ein Banknotensuchhund des Polizeipräsidiums Mittelfranken kam zum Beispiel im November 2015 in einem anderen Bundesland zum Einsatz. Die Kollegen der dortigen Kriminalpolizei hatten um Unterstützung gebeten, nachdem eine Bargeldsuche in einer Immobilie erfolglos verlaufen war. Der Diensthund der Bayerischen Polizei durchstöberte das Objekt und fand mehrere hunderttausend Euro in einer versteckten Geldkassette. Nebenbei schlug er auch bei drei alten leeren Geldbeuteln an, die anscheinend achtlos entsorgt wurden. Ebenfalls um viel Geld ging es im Juni, wo ein Banknotenhund für die Steuerfahnder in einer Villa ebenfalls mehrere hunderttausend Euro verstecktes Bargeld erschnüffelte.

Die Ausbildung der Tiere erfolgt in Herzogau im Landkreis Cham an der Zentralen Diensthundeschule (ZDHS), die der Bayerischen Bereitschaftspolizei angehört. Dort war im Jahr 2011 ein einjähriges Pilotprojekt positiv abgeschlossen worden. Inzwischen gibt es bei der Bayerischen Polizei sieben Banknotenhunde.

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) hatte im Jahr 2010 beim Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) Bedarf angemeldet, woraufhin das Bayerische Innenministerium dem ZDHS den Auftrag erteilte, in einem Pilotprojekt drei Banknotenhunde auszubilden: Schutz- und Rauschgifthunde aus München, Nürnberg und Schwaben Nord erhielten diese Zusatzausbildung.

Das Konzept entwickelte die ZDHS zusammen mit den Kollegen des Bundesausbildungszentrums für Polizeidiensthundeführer Wien-Strebersdorf. In Österreich sind seit 2005 vier Bargeld- und Dokumentenspürhunde im Einsatz. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, hospitierte ZDHS-Hundeausbilder Polizeihauptmeister Andreas Linde in Österreich. Zudem informierten sich Vertreter der ZDHS und Banknotenhundeführer der Präsidien bei einer Banknotendruckerei in München und der Papierfabrik Louisenthal in Gmund am Tegernsee über die Beschaffenheit des Materials.

Nachdem das einjährige Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen worden war, wurden 2013 weitere vier Banknotenhunde ausgebildet. Die sieben „Banknoten-Spürnasen“ sind darauf abgerichtet, alle in Frage kommenden Druckerzeugnisse „anzuzeigen“. Die Diensthunde machen also keinen Unterschied zwischen echten Banknoten und „hochwertigen Blüten“.
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Horst Lepke aus Weiden in der Oberpfalz | 09.01.2016 | 13:27  
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